Mann mit Nagel im Herz fährt sich ins Spital

Ein Handwerker aus den USA hat sich einen neun Zentimeter langen Nagel in die Brust gerammt. Er dachte erst, er hätte nur einen Kratzer.

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Den Handwerker Doug Bergeson kann so schnell nichts erschüttern: Mit einem Nagel im Herzen fuhr der 52-Jährige im US-Staat Wisconsin Ende Juni ins Krankenhaus, stellte seinen Wagen auf dem Besucherparkplatz ab und ging dann zu Fuss in die Notaufnahme. Dort erfuhr er von den Ärzten, dass er nur knapp dem Tod entronnen war.

Bergeson arbeitete an einem Kamin in seinem Haus, als die Nagelpistole plötzlich auslöste. Ein Nagel schlug in seiner Brust ein. «Ich dachte, ich hätte nur einen Kratzer», beschreibt er seine erste Reaktion. «Ich habe runtergesehen. Ich konnte nichts erkennen.» Er habe sich gut gefühlt und sich keine Sorgen wegen der Verletzung gemacht. «Ich fühlte keinen Druck und keinen Blutstau.»

Doug reagierte verärgert

Beim Blick unter seinen Pulli merkte er dann aber doch, dass er ärztliche Hilfe benötigte: Der Nagel war neun Zentimeter lang, aber nur noch 2,50 Zentimeter schauten aus seiner Brust heraus. «Der Nagel bewegte sich mit meinem Herzschlag», erzählt der Handwerker. «Er zuckte irgendwie mit jedem Schlag.» So richtig Sorgen machte er sich aber immer noch nicht, er war eher verärgert, weil er wusste, dass er nun in die Notaufnahme fahren musste.

«Ich war frustriert, weil ich wusste, dass ich dann erst spät nach Hause kommen und nichts mehr schaffen würde», sagt Bergeson aus Peshtigo im Nordosten von Wisconsin. Der gesunde Menschenverstand habe ihm gesagt, dass er den Nagel besser nicht selbst entfernen sollte.

Also wusch er sich, setzte sich in seinen Truck und fuhr ins Bay Area Medical Center in Marinette etwa zehn Minuten entfernt. Er stellte sein Auto ab und merkte beim Betreten der Notaufnahme, dass er nun doch Schmerzen bekam. Er winkte einen Wachmann heran. «Es wäre toll, wenn Sie jemandem Bescheid sagen könnten, ich setze mich solange hin», erklärte er dem Mann.

Nagel hat Herz getroffen

Dennoch glaubte er immer noch, er werde nach einer kurzen Behandlung schon bald wieder zuhause sein und textete seiner Ehefrau Donna, sie möge ihm doch ein neues Hemd bringen, weil die Mitarbeiter der Notaufnahme seines aufgeschnitten hätten. Röntgenaufnahmen ergaben jedoch ein grösseres Problem: Der Nagel hatte das Herz getroffen.

Bergeson wurde mit einem Krankenwagen in eine andere Klinik in Green Bay gebracht. Völlig übertrieben, fand er damals. «Ich habe angeboten, selbst hinzufahren, aber das wollten sie nicht», sagt der Handwerker und lacht dabei.

Dort bestätigte der Arzt Alexander Roitstein die Schwere der Verletzung. Der Nagel hatte eine wichtige Arterie nur knapp verfehlt. Der Arzt lobte die besonnene Entscheidung des Patienten, den Nagel nicht selbst herauszuziehen.

Bergeson verbrachte zwei Tage im Krankenhaus und erholte sich dann zu Hause. In dieser Woche will er auch wieder zur Arbeit im örtlichen Wasserwerk gehen. Nebenbei baut er Gemüse an und arbeitet als Handwerker. «Ich fühle mich ziemlich gut», sagt er. «Ich gehe die Dinge jetzt vorsichtiger an.»

kf/AP

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