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Messerstecher von Grenchen steht vor Gericht

Drogen, Waffen und Diebesgut: Die Tötung eines Türstehers ist nur das schlimmste Delikt, das einem 23-Jährigen vorgeworfen wird. Nun beginnt in Solothurn der Prozess gegen ihn.

Tatort: Der Club Luxory in Grenchen SO. (Archivbild Keystone)
Tatort: Der Club Luxory in Grenchen SO. (Archivbild Keystone)

Der 23-jährige Angeklagte hat sich zu Beginn des Prozesses vor dem Amtsgericht Solothurn-Lebern nicht mehr an die Tötung eines Türstehers erinnern können.

Der 22-jährige Türsteher des Clubs Luxory in Grenchen SO war im April 2011 brutal mit einem Messer niedergestochen worden. Der Angeklagte soll den Türsteher am 3. April 2011 um ungefähr drei Uhr morgens zusammen mit anderen Personen angegriffen haben, heisst es in der Anklageschrift.

Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen

Dem wegen vorsätzlicher Tötung angeklagten Kosovaren wurden die Fussfesseln im Gericht nicht abgenommen. Der Prozess findet unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt. Besucher und Medienschaffende wurden beim Eingang streng kontrolliert.

«Ich wollte ihn nie im Leben umbringen», sagte der Angeklagte. An Einzelheiten konnte er sich nicht erinnern. So wusste er nicht, wie oft er auf den Türsteher eingestochen hatte. Laut Anklageschrift soll er mindestens sieben Mal zugestochen haben.

Er fühle sich verantwortlich für den Tod des deutschen Türstehers, sagte der Kosovare. Eine Tötungsabsicht bestritt der Angeklagte jedoch. Bei den Einvernahmen nach der Tat habe er gelogen, um eine Sicherheitszelle verlassen zu können.

Auch zwei vom Gericht befragte Zeugen brachten keine neuen Erkenntnisse zum Tötungsdelikt.

Angeklagter kritisiert Haftbedingungen

Der Angeklagte reagierte auf manche Fragen aufbrausend und änderte seine Aussagen mehrfach. Als erstes war er zu seiner Person befragt worden. Das Delikt verfolge ihn in Albträumen, sagte der 23- Jährige.

Er kritisierte die Haftbedingungen im vorzeitigen Strafvollzug und das psychiatrische Gutachten über ihn. Das Gutachten könne man «wegschmeissen». Er wies vehement eine Persönlichkeitsstörung, die sich in überaggressivem Verhalten äussert, von sich. Zum Zeitpunkt der Befragung habe er unter Einfluss starker Medikamente gestanden.

Freiheitsstrafe von bis zu 20 Jahren möglich

Der 23-Jährige muss sich wegen vorsätzlicher Tötung verantworten. Den Strafantrag wird der Staatsanwalt erst während des mehrtägigen Prozesses stellen. Dem Angeklagten droht eine Freiheitsstrafe von bis zu 20 Jahren.

Dem Mann werden zahlreiche weitere Delikte vorgeworfen. Er ist auch des bandenmässigen Diebstahls, des mehrfachen Hausfriedensbruchs, der Hehlerei und der mehrfachen Körperverletzung angeklagt.

Im vorzeitigen Strafvollzug

Er wird zudem beschuldigt, Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz und gegen das Waffengesetz begangen zu haben. Der Prozess vor dem Amtsgericht dauert voraussichtlich bis zu fünf Tage.

Am Prozess werden mehrere Zeugen, Auskunftspersonen und Sachverständige zu Wort kommen. Das Urteil wird voraussichtlich am 7. Dezember eröffnet.

Nur vier Tage nach dem Tötungsdelikt war der tatverdächtige Kosovare an seinem Wohnort Grenchen festgenommen worden. Er sitzt seit Juni 2011 im vorzeitigen Strafvollzug.

SDA/mw

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