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Mexikanische Polizei schiesst auf deutschen Studenten

Studenten in einem Kleinbus haben eine Strassensperre ignoriert, weil sie von einem Entführungsversuch ausgingen. Die Polizei eröffnete das Feuer.

Mexikanische Polizisten haben versehentlich einen deutschen Studenten angeschossen. Der junge Mann wurde verletzt, befand sich aber in stabilem Zustand in einem Krankenhaus in Mexiko-Stadt, wie die Staatsanwaltschaft im südmexikanischen Staat Guerrero am Montag mitteilte. Eine Untersuchung sei eingeleitet worden. Angaben zur Identität des Studenten machten die Behörden nicht.

Der Student der Hochschule Monterrey Institute of Technology war mit Kommilitonen - zwei weiteren Deutschen, zwei Franzosen und sechs Mexikanern - auf dem Heimweg von Acapulco, als ihr Kleinbus in Chilpancingo, der Hauptstadt des Staates Guerrero, in eine Strassensperre geriet. Die Polizei in der Stadt hatte Kontrollposten eingerichtet, nachdem ein Polizist bei einer Schiesserei mit Kriminellen getötet worden war.

Auf die Reifen gezielt

Die Polizisten wollten das ihre Ansicht nach verdächtige Fahrzeug stoppen. Die Studenten wiederum fuhren weiter, weil sie glaubten, dass Bewaffnete sie entführen wollten, wie Staatsanwalt Iñaky Blanco erklärte. Die Polizisten eröffneten demnach das Feuer, weil sie etwas hörten, das wie ein Schuss oder eine Explosion klang.

Die Beamten hätten versucht, die Reifen zu zerschiessen und deswegen niedrig gezielt, sagteVíctor León Maldonado von der Staatsanwaltschaft in Guerrero. Der Deutsche wurde ins Gesäss getroffen. Die beteiligten Polizisten wurden in Gewahrsam genommen, ihre Waffen werden untersucht.

Die Schüsse fielen nur zwei Wochen, nachdem die Polizei in der Stadt Iguala, ebenfalls in Guerrero, das Feuer auf Studenten eines bekannt radikalen Lehrerkollegs eröffnet und sechs von ihnen getötet hatte. 43 Personen gelten seit dem Gewaltausbruch als vermisst. Einige der festgenommenen Polizisten gestanden, dass sie mit einem örtlichen Drogenkartell zusammenarbeiteten.

SDA/ldc

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