Zum Hauptinhalt springen

31 Tote bei Explosionen auf Pyrotechnik-Markt in Mexiko

Das Unglück auf dem Freiluftmarkt San Pablito in der Stadt Tultepec ereignete sich am Nachmittag, als viele Kunden für die Feiertage nach Feuerwerkskörpern suchten.

Besucher kauften Feuerwerk für Weihnachten: Sicht auf den brennenden Feuerwehrmarkt in Tultepec (Mexiko). Video: Tamedia/Storyful

Bei einer Reihe von Explosionen auf Mexikos grösstem Markt für Feuerwerkskörper sind mindestens 31 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Das Unglück ereignete sich in der Ortschaft Tultepec im Bundesstaat México im Zentrum des Landes.

Auf Fernsehbildern war eine Reihe heftiger Explosionen zu sehen. In einem Dominoeffekt wurden die Stände auf dem Markt weitgehend zerstört. Rettungskräfte brachten die Verletzten in Spitäler und suchten nach Vermissten.

Der Markt war gut besucht mit Menschen, die sich mit Feuerwerk für die Weihnachtsfeier und Silvester eindecken wollten. Nach Angaben von Generalstaatsanwalt Alejandro Gómez starben 26 Menschen vor Ort, fünf weitere erlagen ihren schweren Verletzungen im Spital. Mindestens 72 Menschen wurden verletzt, viele erlitten schwere Verbrennungen am ganzen Körper.

Knall und Rauch: Explosion auf dem Markt für Pyrotechnik von Tultepec. Standbild aus einem Video, das von einem vorbeifahrenden Auto aus aufgenommen wurde. (20. Dezember 2016)
Knall und Rauch: Explosion auf dem Markt für Pyrotechnik von Tultepec. Standbild aus einem Video, das von einem vorbeifahrenden Auto aus aufgenommen wurde. (20. Dezember 2016)
Jose Luis Tolentino via AP, Keystone
Bei einer Explosion auf dem Markt in Mexiko sind über zwei Dutzend Menschen ums Leben gekommen und rund 70 Personen verletzt worden.
Bei einer Explosion auf dem Markt in Mexiko sind über zwei Dutzend Menschen ums Leben gekommen und rund 70 Personen verletzt worden.
Notimex/dpa, Keystone
Rauchwolken hängen über dem Markt für Pyrotechnik von San Pablito in Tultepec, Mexico.
Rauchwolken hängen über dem Markt für Pyrotechnik von San Pablito in Tultepec, Mexico.
Notimex/dpa, Keystone
1 / 6

Nach drei Stunden unter Kontrolle

Feuerwehrleute brauchten drei Stunden, um den Brand unter Kontrolle zu bringen. Nach Angaben eines Sprechers der Katastrophenschutzbehörde mussten sie zunächst abwarten, bis alle Feuerwerkskörper explodiert waren, bevor sie die Flammen löschen konnten.

Der Markt mit 300 Verkaufsständen wurde vollständig zerstört. Rettungskräfte suchten in den rauchenden Trümmern nach möglichen weiteren Opfern. Auch Häuser und Fahrzeuge in der Umgebung des Marktes wurden schwer beschädigt. «Erst hörte man den Knall, dann brannte plötzlich alles», berichtete der Augenzeuge Walter Garduño. «Leute standen in Flammen – Kinder», schilderte er.

«Mein Beileid für die Familien jener, die bei diesem Unglück ihr Leben verloren haben. Den Verletzten wünsche ich eine baldige Besserung», schrieb Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto auf Twitter.

«Alles fing Feuer. Alles explodierte.»

Die Szenerie glich einem Schlachtfeld: Viele Verkaufsbuden wurden ein Raub der Flammen, Einsatzkräfte und Anwohner kämpften sich durch Asche und verschmortes Metall. Böller gingen los, Feuerwehrleute versuchten schwelende Brände zu löschen. Auf vom TV-Sender Milenio ausgestrahlten Bildern war zu sehen, wie Rauchwolken über dem Markt aufstiegen. Sirenen heulten.

Crescencia Francisco García war am Nachmittag auf dem Markt gegangen, um Feuerwerkskörper zu besorgen. Sie habe ungefähr in der Mitte der Budenreihen gestanden, als es gegen 14.30 Uhr zu Explosionen gekommen sei. «Plötzlich fing es an, ‹bumm› zu machen», sagte die 41-Jährige aus Mexiko-Stadt. «Ich und andere um mich herum sind alle losgerannt.» Bei ihrer Flucht habe sie Menschen mit Verbrennungen, Schnittwunden und viel Blut gesehen. «Alles fing Feuer. Alles explodierte. Steine flogen, Ziegelstücke, alles flog umher», schilderte García weiter.

Schliesslich sei es ihr gelungen, ihre Tochter, ihren Schwiegersohn und ihre drei Enkelkinder zu finden. Sie hätten in einem Auto an der Umzäunung auf sie gewartet.

Feuerwerk gehört zur Tradition

Das mexikanische Rote Kreuz schickte nach eigenen Angaben zehn Krankenwagen samt 50 Sanitätern an den Unglücksort. Der nationale Zivilschutz-Koordinator Luis Felipe Puente sagte dem Sender Milenio, dass auch einige nahe gelegene Häuser beschädigt worden seien. Die Lage sei weiter gefährlich. Bürger sollten einen Abstand von fünf Kilometern zum Markt einhalten, um die Rettungsarbeiten nicht zu stören.

Rund 300 Händler vertreiben auf dem Pyrotechnik-Markt von San Pablito Raketen, Böller und Feuerwerk. Hier werden nach Angaben der Verwaltung 80 Prozent allen Feuerwerks in Mexiko verkauft. Wie es zu dem Unglück kommen konnte, war zunächst unklar. Bereits 2005 und 2006 kam es auf dem Markt zu schweren Explosionen und Bränden.

In Mexiko wird das ganze Jahr über Feuerwerk abgebrannt, beispielsweise bei religiösen Festen. Besonders viel geböllert wird aber am Nationalfeiertag im September und rund um Weihnachten.

SDA/foa

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch