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Mit offener Schädeldecke evakuiert

Als der Hurrikan Sandy im New Yorker Unispital den Strom ausfallen liess, spielten sich dramatische Szenen ab. Die Angestellten mussten 200 teilweise frisch operierte Patienten sicher transportieren.

fko
Kein Licht, kein Wasser: Die Angestellten müssen die Patienten so schnell wie möglich aus ihren Zimmern...
Kein Licht, kein Wasser: Die Angestellten müssen die Patienten so schnell wie möglich aus ihren Zimmern...
AFP
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Kein Licht, kein Wasser, Stromausfälle in der Notaufnahme: Die Lage im New Yorker Universitätskrankenhaus NYU Langone Medical Center war am späten Montagabend mehr als angespannt. Nachdem wegen Wirbelsturm Sandy der Strom in Manhattan Downtown ausgefallen war, hätte im Krankenhaus eigentlich die Notstromversorgung einspringen sollen. Was aber nicht passierte. 200 Patienten, teilweise frisch operiert, mussten also so schnell wie möglich aus dem Gebäude und in andere Krankenhäuser gebracht werden.

«Es war unglaublich beängstigend für die Patienten», erzählt die Krankenschwester Alyson Silverberg gegenüber dem US-Magazin «The New Yorker». Sie mussten teilweise über mehrere Stockwerke nach draussen transportiert werden, wo sie in Ambulanzen gebracht und zu anderen Spitälern gefahren wurden. Unter ihnen waren auch neugeborene Babys, die noch beatmet werden mussten. «Wir mussten ihre Beatmung von Hand weiterführen, während wir sie nach draussen brachten», berichtet Silverberg.

Fahrer, die sich nicht auskennen

Eine der evakuierten Patientinnen war Virginia Rossano. Die 17-Jährige war wegen ihrer epileptischen Anfälle gerade operiert worden: Die Ärzte hatten ihre Schädeldecke geöffnet und Elektroden an ihr Gehirn angeschlossen, um künstliche Anfälle auszulösen und die Ursache für ihr Leiden zu ermitteln. Die Behandlung war noch in vollem Gang, als der Befehl zur Evakuierung erteilt wurde. Die Ärzte mussten schnell reagieren: Sie gaben Virginia Medikamente, um die Anfälle zu unterbrechen, verlagerten sie auf eine Trage und transportierten sie nach draussen.

«Drei junge Männer trugen sie über zwölf Stockwerke nach unten, ganz langsam, ganz methodisch», erzählt ihre Mutter. Als sie es nach einer halben Stunde nach draussen geschafft hatten, wartete dort schon die Ambulanz. Das Problem: Die Fahrer waren Freiwillige, die aus dem ganzen Land nach New York gekommen waren und sich in der Stadt kaum auskannten. «Niemand von uns wusste, wo wir hinfahren müssen», sagt die Mutter. «Immerhin waren die Strassen frei, also haben wir das GPS eingeschaltet und sind losgefahren.» Als sie beim Columbia University Medical Center eintreffen, ist es sechs Uhr morgens. Doch Virginia geht es gut, genauso wie allen anderen evakuierten Patienten.

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