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Mutmasslicher Teenager-Mörder sprach drittes Mädchen an

Der 26-Jährige, der in Deutschland zwei Jugendliche brutal getötet haben soll, suchte wenige Tage nach der Tat Kontakt zu einem Mädchen. Es handelte geistesgegenwärtig.

Der Mann wird von der Polizei abgeführt.
Der Mann wird von der Polizei abgeführt.
Keystone
Die Polizei hat im Mordfall zweier Teenager in Bodenfelde einen Tatverdächtigen gefasst. Nachdem die Leichen der Jugendlichen am Sonntag gefunden worden waren, hatte die Polizei eine Mordkommission eingerichtet.
Die Polizei hat im Mordfall zweier Teenager in Bodenfelde einen Tatverdächtigen gefasst. Nachdem die Leichen der Jugendlichen am Sonntag gefunden worden waren, hatte die Polizei eine Mordkommission eingerichtet.
Keystone
«Über Nacht haben wir Spuren gesichert, die zu neuen Erkenntnissen geführt haben», sagte der Göttinger Oberstaatsanwalt Hans-Hugo Heimgaertner zu Spiegel.de.
«Über Nacht haben wir Spuren gesichert, die zu neuen Erkenntnissen geführt haben», sagte der Göttinger Oberstaatsanwalt Hans-Hugo Heimgaertner zu Spiegel.de.
Keystone
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Der mutmassliche Doppelmörder im norddeutschen Bodenfelde ist der Polizei durch den Hinweis eines Mädchens aus dem Ort ins Netz gegangen. Dies gab der Leiter der Mordkommission am Mittwoch im niedersächsischen Northeim vor den Medien bekannt.

Der 26-jährige Jan O. habe das Mädchen am Samstagabend auf einem Parkplatz angesprochen, sagte Hartmut Reinecke. Das Mädchen habe sich die Handynummer des Mannes geben lassen und die Polizei informiert. Bei einer Internetrecherche seien dann Hinweise auf den mutmasslichen Täter gefunden worden. «Dies war entscheidend für die Ermittlungen», sagte Reinecke. Zudem fanden die Beamten bei der Durchsuchung der Wohnung des Mannes blutverschmierte und verdreckte Kleidung. «Wir sind absolut sicher, dass wir die richtige Person haben.»

Motiv möglicherweise Mordlust

Der mutmassliche Doppelmörder will offenbar ein Geständnis ablegen. Staatsanwalt Hans Hugo Heimgärtner sagte am Mittwoch, dass der Verteidiger des arbeitslosen 26-Jährigen dies angekündigt habe. Bislang hatte Jan O. zu den Vorwürfen geschwiegen.

Möglicherweise könnte das Geständnis noch am Mittwoch erfolgen. Dem Nachrichtensender N24 sagte der Leiter der Polizeiinspektion Northeim, Hans Walter Rusteberg: «Wir gehen davon aus, dass er im Laufe des Tages oder morgen früh ein Geständnis ablegen wird.»

O. ist laut Polizei vorbestraft, seit 2003 arbeitslos und hat Alkohol- und Drogenprobleme. Seine vorherigen Straftaten hätten jedoch nicht auf derartige Gewaltdelikte hingedeutet. Sein Motiv könnte nach Angaben von Kriminaldirektor Andreas Borchert «Mordlust» gewesen sein. O. habe das Potenzial zum Serienmörder.

Brutale Tat

O. war am Montagabend gegen 20.10 Uhr in einem Zug in Bodenfelde festgenommen worden. Bei seiner Festnahme hatte er laut Reinecke Verletzungen an beiden Händen und trug links einen Verband. Die Behauptungen des 26-Jährigen, er habe sich an einer Flasche verletzt und sich in einem Göttinger Krankenhaus behandeln lassen, hätten rasch widerlegt werden können. Die Verletzungen stehen den Ermittlungen zufolge im Zusammenhang mit dem brutalen Vorgehen des Verdächtigen.

Nina und Tobias sind offenbar auf besonders grausame Weise umgebracht worden. Jan O. habe beide Opfer durch eine «Kombination aus Erwürgen und Erstechen» getötet, sagte Borchert. «Die Details erspare ich mir», fügte er hinzu. Er betonte erneut, dass es sich bei der Tat nicht um ein Sexualdelikt gehandelt habe, obwohl die Leichen teilweise entkleidet waren.

Die Leichen der Ermordeten waren am Sonntag in einem Waldstück in Bodenfelde in Südniedersachsen gefunden worden. Die 14-Jährige war Anfang der Woche von zu Hause weggelaufen und galt seitdem als vermisst. Sie wurde nach Angaben des Leiters der Polizeiinspektion Northeim, Hans Walter Rusteberg, am Montagabend vergangener Woche getötet und Tobias am Samstagabend.

dapd/miw

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