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Nach der Zugentgleisung kommts zum Kurzschluss

Die Gründe für die Entgleisung eines ICE im Basler Bahnhof sind unklar. Die SBB rechnet damit, dass am Donnerstag noch nicht alle Züge wieder regulär fahren können.

Drei Wagen eines ICE sprangen aus den Schienen. (Video: Tamedia/SDA/Leser-Reporter)

Ein entgleister Zug hat am späten Mittwochnachmittag im Feierabendverkehr den Basler Bahnhof SBB lahmgelegt. Ein Kurzschluss führte zur Totalsperrung des Bahnhofs; nach knapp zwei Stunden fuhren erste Züge wieder. Verletzt wurde niemand.

Drei Wagen eines von Deutschland her einfahrenden ICE sprangen kurz vor 17 Uhr aus den Schienen, drückten einen Signalmasten an eine Stromleitung und lösten so den Kurzschluss aus. Die SBB schaltete darauf sicherheitshalber alle 15'000-Volt-Fahrleitungen im Bahnhof aus und kontrollierte sämtliche Geleise auf Folgeschäden.

Weil das Malheur just beim Perronende geschah, konnten alle rund 500 Passagiere durch den vordersten Wagen direkt aufs Perron aussteigen und der Zug so sicher evakuiert werden. Verletzte sind dabei nicht angetroffen worden, wie Verantwortliche von SBB und Basler Polizei am Abend vor Ort sagten. Die Sanität war vorsichtshalber angerückt.

Speisewagen im Schotter

Die Gründe für die Entgleisung sind unklar und werden untersucht; auch der Lokführer wird befragt. Beim Bahnhof werden normalerweise sämtliche Gleise und Weichen wöchentlich optisch überprüft, wie der Leiter Betrieb der SBB, Ruedi Büchi, am Unfallort erklärte. Nicht die Lok, sondern drei mittlere Waggons samt Speisewagen hat es erwischt.

Aufgleisung des Unfallzugs: Ein Schienenkran im Einsatz beim Bahnhof Basel. (30. November 2017)
Aufgleisung des Unfallzugs: Ein Schienenkran im Einsatz beim Bahnhof Basel. (30. November 2017)
Georgios Kefalas, Keystone
Aufgleisung des Unfallzugs: Ein Schienenkran im Einsatz beim Bahnhof Basel.
Aufgleisung des Unfallzugs: Ein Schienenkran im Einsatz beim Bahnhof Basel.
Leserreporter 20 Minuten
Die Ambulanz auf dem Perron beim verunglückten Zug. Viel zu tun gab es aber glücklicherweise nicht.
Die Ambulanz auf dem Perron beim verunglückten Zug. Viel zu tun gab es aber glücklicherweise nicht.
Gawin Steiner, Leserreporter
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Tausende Reisende und Pendler waren nach dem Unfall blockiert. SBB-Assistenten rieten zunächst Gestrandeten, das 14er-Tram nach Pratteln BL zu nehmen um dort in Fernzüge nach Rheinfelden-Zürich oder Olten zu nehmen. Allerdings war genau diese Tramlinie um diese Zeit gut genutzt durch Fussballfans, die ans Cupspiel FCB-Luzern fuhren. Der Fan-Zug aus Luzern war nicht betroffen; er hielt beim Stadion.

Um etwa 18.40 Uhr fuhren wieder erste S-Bahn-Züge der Linien S1 und S3 und später Extrazüge aus dem wichtigsten Basler Bahnhof nach Pratteln. Sie funktionierten so quasi als Shuttles zu den vor Basel haltenden Fernzügen. Diese S-Bahn-Züge verkehren am anderen Ende des Bahnhofs, wo die Perrons teils zu kurz sind für Fernverkehrszüge.

Dauer der Störungen unklar

Wann genau der Bahnhofbetrieb wieder normal läuft, konnten die SBB-Verantwortlichen am Mittwochabend noch nicht sagen. Über Nacht werde der defekte Zug aufgeteilt, und es würden die fahrbaren Teile weggeschoben und die demolierten per Kran entfernt. Erst danach werde die Schwere der Schäden abschätzbar, sagte Büchi.

Ersetzt werden muss jedenfalls der gekippte Signalmast. Falls auch die beiden Weichen am Unfallort beschädigt sind, werde die Reparatur länger dauern – Bahnweichen werden auf Mass hergestellt. Büchi geht davon aus, dass am Donnerstag noch nicht alle Züge wieder regulär fahren können.

Dass es einen Intercity-Express (ICE) der Deutschen Bahn (DB) traf, konkret den ICE 75 aus Hamburg, verzögert die Sache: Dafür musste erst passendes Bergungsmaterial aus dem Nachbarland angefordert werden.

SDA/nag

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