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Nach Einsturz von Viadukt: Autobahn-Strecke geschlossen

Wegen Mängeln an weiteren Brücken wurde eine wichtige Verkehrsachse bei Genua gesperrt. Gegen die Autobahngesellschaft laufen Ermittlungen.

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In Ligurien ist eine Autobahnbrücke eingestürzt. (24. November 2019) Video: Twitter/Tamedia

Die Staatsanwaltschaft von Genua hat am Montagabend die Schliessung eines Teils der Autobahn A26 beschlossen, nachdem am Sonntag nach heftigen Regenfällen ein Viadukt auf der Autobahn A6 in der Nähe von Savona in Richtung Turin eingestürzt war. Der Beschluss wurde wegen Sicherheitsmängeln bei zwei Viadukten gefasst.

Die Autobahnstrecken sollen geschlossen bleiben, bis Sicherheitskontrollen durchgeführt werden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die beiden Viadukte auf der Autobahn in Richtung Alessandria und in Richtung Genua-Ventimiglia waren bereits in eine Untersuchung zu gefälschten Dossiers über die Sicherheit von Autobahnbrücken in Italien verwickelt. Die Untersuchung war von der Staatsanwaltschaft Genua nach dem Einsturz der Morandi-Brücke in der ligurischen Hauptstadt im August 2018 mit 43 Todesopfern eingeleitet worden.

Der Zustand mehrerer kontrollierter Brücken sei viel schlimmer als aus den Berichten hervorgeht, die die Autobahngesellschaft «Autostrade per l Italia» (ASPI), Betreiberin der eingestürzten Morandi-Brücke, dem Verkehrsministerium in Rom vorgelegt hatte. Gegen das Management von ASPI laufen seit dem Einsturz der Brücke in Genua Ermittlungen.

Gravierende Auswirkungen

Der Präsident der Region Liguriens, Giovanni Toti, zeigte sich wegen der Schliessung von Teilen der A26 besorgt, da dies gravierende Auswirkungen auf den Verkehr und die norditalienische Wirtschaft haben werde. Seine Region sei seit Wochen von heftigen Niederschlägen belastet. «Wir leben wie im Krieg, unsere Region ist isoliert. Die Regierung muss normale Verkehrsbedingungen sicherstellen», forderte Toti.

Sorge besteht wegen Auswirkungen der geschlossenen Autobahnstrecke auf den Verkehr zum Hafen Genuas. «Unser Hafen kann diesen Zustand nicht länger als eine Woche aushalten», warnte der Präsident der Hafenbehörde Genuas, Paolo Emilio Signorini. 4000 Lastwagen erreichen täglich den Hafen. «Die gesamte norditalienische Wirtschaft hängt von unserem Hafen ab», warnte Signorini.

Bei Savona war am Sonntag ein Autobahnviadukt auf einer Länge von etwa 30 Metern eingestürzt. Ursache war ein Erdrutsch nach heftigen Niederschlägen. Tote oder Verletzte wurden nicht gemeldet. Die Autobahn A6 war zwischen Savona und Altare in Richtung Turin wurde aus Sicherheitsgründen geschlossen. Die Unfallstelle liegt unweit der Abzweigung der A6 von der Küstenautobahn A10. Die A6 führt durch bergiges Gelände.

(SDA)

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