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Knapp 36 Grad in Sitten

Ein Hitzerekord löst den nächsten ab: Vielerorts war es heute so heiss wie noch nie in diesem Jahr.

Massensterben: Toter Fisch am Ufer des Rheins, Schaffhausen. (6. August 2018)
Massensterben: Toter Fisch am Ufer des Rheins, Schaffhausen. (6. August 2018)
Keystone
Im Rhein bei Schaffhausen leiden die kälteliebenden Äschen unter zu warmen Wassertemperaturen.
Im Rhein bei Schaffhausen leiden die kälteliebenden Äschen unter zu warmen Wassertemperaturen.
20 Minuten Leserreporter
Die Schifffahrt auf dem Rhein ist wegen des tiefen Pegels eingeschränkt. In Zürich fahren die Limmatschiffe der Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft gar nicht mehr – allerdings nicht wegen Wassermangels, sondern weil es auf den Schiffen für Passagiere zu heiss wird.
Die Schifffahrt auf dem Rhein ist wegen des tiefen Pegels eingeschränkt. In Zürich fahren die Limmatschiffe der Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft gar nicht mehr – allerdings nicht wegen Wassermangels, sondern weil es auf den Schiffen für Passagiere zu heiss wird.
Christian Beutler, Keystone
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In der Schweiz sind vielerorts die Hitzerekorde dieses Jahres gefallen. Das Thermometer stieg an mehreren Orten auf knapp 36 Grad. In Sitten wurde mit 35,9 Grad die höchste Temperatur gemessen.

Verbreitet am heissesten wurde es aber im Kanton Aargau in der Region um Beznau, Leibstadt und Würenlingen mit 35,8 Grad, wie Meteoschweiz-Meteorologe Roland Mühlebach der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.

Auch am Flughafen Zürich war es mit 35,7 Grad drückend heiss. In Schaffhausen wurden 35,5 Grad erreicht. Ebenfalls 35,5 Grad heiss war es in Cevio TI im Maggiatal, wo am Montag der bisherige Temperaturrekord der Schweiz in diesem Jahr gebrochen worden war.

Von den Höchstwerten des Hitzesommers 2003 sind die Temperaturen allerdings noch ein gutes Stück entfernt. Am 11. August 2003 waren in Grono GR im Misox 41,5 Grad gemessen worden. Diese Ortschaft hält nach wie vor den Rekord bei der je in der Schweiz gemessenen Temperatur.

Weiter kein Regen

In den nächsten Tagen dürfte es nach Angaben von Meteoschweiz nicht mehr ganz so heiss werden. Die Temperaturen dürften am 1. August zunächst um etwa 1 Grad, am Donnerstag um 2 bis 3 Grad sinken. Die Gewitterneigung nimmt in den Bergen und lokal im Flachland zu.

Am Freitag und am Wochenende steigen die Temperaturen dann wieder leicht an. Und auch in der nächsten Woche erwarten die Meteorologen weiter über 30 Grad. Der dringend nötige flächendeckende und längere Regen ist weiterhin nicht in Sicht. Die Trockenheit dürfte sich also verschärfen.

Wegen des tiefen Wasserpegels im Rhein ist die Personenschifffahrt zurzeit eingeschränkt. Die Anleger in Birsfelden und Rheinfelden können ab sofort nicht mehr angefahren werden, wie die Basler Personenschifffahrt mitteilte. Alle anderen Anleger der Schleusenfahrt zwischen Basel und Kaiseraugst werden bedient.

Die grosse Hitze hat auch Auswirkungen auf die Limmatschiffe in Zürich: Sie stellen ab sofort vorübergehend ihren Betrieb wegen zu hoher Temperaturen an Bord der Schiffe bis Samstag ein. Laut ZSG besagt eine Weisung, dass der Betrieb eingestellt wird, wenn es an mehr als zwei Tagen über 33 Grad heiss ist. Diese Temperaturen seien weder den Gästen noch dem Personal zuzumuten.

Warnstufe 4 im Süden der Alpen

In fast allen Kantonen herrschen wegen der Dürre derzeit Feuer- und Feuerwerksverbote. In Roveredo (Bild) brannte am Montag einen Strassenböschung. Die Polizei geht davon aus, dass Raucherwaren den Brand ausgelöst haben. Zudem meldete die Kantonspolizei Aargau eine brennende Böschung an der A3 zwischen zwischen Eiken und Rheinfelden-Ost. Die Vermutung: Achtlos weggeworfene Zigaretten haben die Brände ausgelöst. Viasuisse appelliert deshalb an die Autofahrer, keine Stummel aus dem Fenster zu schmeissen.

MeteoSchweiz hat für das Tessin eine Hitze-Warnung der Stufe 4 herausgegeben. «Da die relative Luftfeuchtigkeit auf der Apensüdseite viel höher ist als im Norden, haben wir das Tessin auf die Warnstufe 4 gesetzt», sagt Denise Praloran, Meteorologin bei MeteoSchweiz. Bei Stufe 4 könne es zu Kreislaufbeschwerden und körperlichem Unwohlsein kommen. Der Bund empfiehlt, viel Wasser zu trinken und ausreichend, wenn möglich gekühlte Flüssigkeit, bereit zu stellen. Im Rest der Schweiz – von den Bergregionen abgesehen – herrscht Hitzestufe 3.

Hält die Dürreperiode noch länger an, wird das Grund- und Quellwasser vielerorts knapp. Öffentliche Brunnen werden abgestellt, austrocknende Bäche müssen ausgefischt werden, der Wasserpegel der Seen sinkt. Trotzdem sind beim Trinkwasser keine Versorgungsprobleme zu erwarten.

Schuhe für Hunde

Den Tieren macht die Gluthitze ebenfalls zu schaffen. So macht sich zum Beispiel die Stadtpolizei Zürich Sorgen um das Wohlergehen von Vierbeinern. Ihr Rat: Ist der Asphalt zu heiss, sollten grosse Hunde Schuhe tragen und kleine Hunde auf dem Arm transportiert werden.

Sie empfehlen eine Fünf-Sekunden-Regel: Handrücken für fünf Sekunden auf den Asphalt – zu heiss? Dann die Strecken meiden oder die empfindlichen Hundepfoten schützen. Bei einer Lufttemperatur von 30 Grad beträgt die Temperatur auf dem Asphalt 50 bis 55 Grad, wie die Stadtpolizei in einem Facebook-Eintrag schreibt.

SDA/ij

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