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Notstand nach Erdrutsch in den USA ausgerufen

Nach dem Erdrutsch im nordwestlichen US-Bundesstaat Washington mit mindestens 14 Toten ist die Zahl der Vermissten auf 176 gestiegen. Jetzt reagiert Präsident Barack Obama.

US-Präsident Barack Obama (rechts) umarmt den Feuerwehrchef von Oso, Willy Harper. (22. April 2014)
US-Präsident Barack Obama (rechts) umarmt den Feuerwehrchef von Oso, Willy Harper. (22. April 2014)
Keystone
Die Bewohner von Arlington gedenken den Verstorbenen bei einer Trauerfeier. (25. März 2014)
Die Bewohner von Arlington gedenken den Verstorbenen bei einer Trauerfeier. (25. März 2014)
Reuters
Heftige Regenfälle lösten den Erdrutsch aus.
Heftige Regenfälle lösten den Erdrutsch aus.
AP Photo/The Herald, Genna Martin
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Nach dem verheerenden Erdrutsch mit mindestens 14 Toten hat US-Präsident Barack Obama für die Region im Bundesstaat Washington den Notstand erklärt. Seine Landsleute bat er am Dienstag, für die Opfer zu beten. «Wir hoffen das Beste, aber wir sehen, dass die Lage schwierig ist», sagte der US-Präsident.

Die Zahl der getöteten Menschen ist auf 14 gestiegen. Es seien sechs weitere Leichen gefunden worden, teilte das Büro des örtlichen Sheriffs Ty Trenary mit. Zuvor hatten die Behörden von acht Toten und 108 Vermissten gesprochen. Am Montagabend wurden jedoch von 176 Personen als vermisst gemeldet.

Die Erdmassen waren am Samstag über die ländliche Gemeinde Oso nordöstlich von Seattle gerollt, zunächst war von 18 Vermissten die Rede gewesen. Mit weiteren Opfern sei zu rechnen, auch wenn sicher nicht alle derzeit Vermissten ums Leben gekommen seien, sagte der Chef der Katastrophenschutzbehörde im Bezirk Snohomish, John Pennington, hinzu. Medienberichten zufolge waren unter den Vermissten auch ein vier Monate altes Baby und seine Oma. Zahlreiche Menschen wurden verletzt, einige befanden sich auch mehr als zwei Tage nach dem Unglück weiter in kritischem Zustand.

Meterhohe Schlammlawine rollte über Oso

Die Zahl der durch den Erdrutsch zerstörten Häuser gab Pennington mit 35 an. Davon seien zehn aber nur als Ferienhäuser genutzt worden. Auf 14 weiteren zerstörten Grundstücken standen demnach eine Hütte und mehrere Wohnwagen. Da sich das Unglück an einem Samstag ereignete, seien vermutlich mehr Menschen zu Hause gewesen als unter der Woche, sagte Pennington.

Nach heftigen Regenfällen war am Samstag eine meterhohe Schlammlawine über Oso niedergegangen. «Es hörte sich wie ein Güterzug an», sagte der Anwohner Dan Young dem Sender Komo4News. Die Erdmassen türmten sich bis zu sechs Meter hoch, berichtete die Zeitung «Seattle Times». Das Suchgebiet erstrecke sich über 2,4 Kilometer.

Aussichten sind «sehr düster»

Es würden keine Kosten und Mühen gescheut, um mögliche Überlebende zu bergen, hatte Gouverneur Jay Inslee am Sonntag versichert. Auch der Feuerwehrchef im Bezirk Snohomish, Travis Hots, sagte, die Rettungsaktion werde fortgesetzt. Die Aussichten seien aber «sehr düster». Seit Samstag seien keine Überlebenden mehr gefunden worden.

Die Rettungskräfte hatten in der Nacht zum Montag trotzdem weiter versucht, durch entwurzelte Bäume, Geröll und Schlamm zu möglichen Überlebenden vorzudringen. Nach Angaben des Gouverneurs gingen sie dabei ein grosses Wagnis ein, da jeden Moment weitere Erdrutsche drohten. «Einige Retter stecken buchstäblich bis zu den Achseln im Schlamm», sagte Inslee. Sie hätten selbst per Hubschrauber gerettet werden müssen.

Die Einwohner der Umgebung wurden vor weiteren Erdrutschen gewarnt. Die Region der Cascade Mountains war in den vergangenen Wochen von ausserordentlich starken Regenfällen heimgesucht worden. Am Sonntag beruhigte sich die Lage etwas, doch sagten die Meteorologen für die kommende Woche weitere heftige Regenfälle voraus.

AFP/AP/cpm/chk

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