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Nun holt ihn die Geschichte ein

Reporter Colin Brazier wühlte während einer Live-Sendung in Koffern von MH-17-Opfern. Trotz Entschuldigung nimmt sich nun die Medienaufsicht der Sache an.

Hat sein Tun später als «Fehlentscheidung» bezeichnet: Colin Brazier am Absturzort von MH 17.
Hat sein Tun später als «Fehlentscheidung» bezeichnet: Colin Brazier am Absturzort von MH 17.
Sky News

Das ging zu weit: Stunden nach dem Absturz von MH 17 über der Ostukraine war der Reporter des britischen Senders Sky News vor Ort. Colin Brazier berichtete über das tragische Ereignis und zeigte in der Liveberichterstattung Gegenstände aus einem Koffer eines Absturzopfers.

Die Bilder lösten in den sozialen Medien einen Sturm der Entrüstung aus, worauf sich Sky News entschuldigte. Später schrieb Brazier selber unter dem Titel «meine Fehlentscheidung» eine längere Erklärung zu den Vorkommnissen.

Er soll wissen, wer geschossen hat: 33 Angehörige von MH17-Opfern fordern von Russland und Wladimir Putin über 6 Millionen Euro Schmerzensgeld. Sie reichten 2016 vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Klage ein.
Er soll wissen, wer geschossen hat: 33 Angehörige von MH17-Opfern fordern von Russland und Wladimir Putin über 6 Millionen Euro Schmerzensgeld. Sie reichten 2016 vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Klage ein.
Aleksey Babushkin, Keystone
Die Boeing 777 der Fluggesellschaft Malaysia Airlines war am 17. Juli 2014 über der Ostukraine von einer Boden-Luft-Rakete getroffen und zerstört worden: Trümmerteile an der Absturzstelle bei Rassipnoe. (15. Oktober 2014)
Die Boeing 777 der Fluggesellschaft Malaysia Airlines war am 17. Juli 2014 über der Ostukraine von einer Boden-Luft-Rakete getroffen und zerstört worden: Trümmerteile an der Absturzstelle bei Rassipnoe. (15. Oktober 2014)
AFP
Ein Bild der Verwüstung: Das Flugzeug wurde völlig zerstört. (17. Juli 2014)
Ein Bild der Verwüstung: Das Flugzeug wurde völlig zerstört. (17. Juli 2014)
Dmitry Lovetsky, Keystone
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Entschuldigungen zum Trotz, greift nun die britische Medienaufsicht Ofcom ein. Es seien 200 Beschwerden wegen der Sky-News-Berichterstattung eingegangen, lässt die Behörde gegenüber dem «Guardian» verlauten. Ofcom will die Sache nun genauer anschauen.

Wo sind die Grenzen der Medienberichterstattung? Zu dieser Fragestellung diskutierte auch der «Club» in einer Sendung. Dies, nachdem hierzulande Medien Leichenbilder vom Absturzort gezeigt hatten. Besonderen Anlass zur Debatte gab ein entsprechender Tweet des Journalisten Christoph Moser von «Schweiz am Sonntag».

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