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Ölpest: Vor der Explosion kam es zum Streit

Am Tag des Unglücks waren sich Verantwortliche von BP und Transocean nicht einig über die richtige Vorgehensweise bei der Versiegelung des Bohrlochs.

Wo alles begann: Die Ölbohrinsel «Deep Horizon» im Flammenmeer.
Wo alles begann: Die Ölbohrinsel «Deep Horizon» im Flammenmeer.
Keystone

Stunden vor der Explosion der Ölbohrinsel «Deepwater Horizon» kam es nach Angaben des «Wall Street Journal» zu einem Streit zwischen Verantwortlichen von BP und Transocean, mit welcher Methode man das Bohrloch abschliessen solle. Michael Williams, ein Transocean-Angestellter auf der Bohrinsel, spricht von «Irritationen» zwischen den Entscheidungsträgern der beiden Unternehmen.

Transocean-Manager Jimmy Wayne Harrell hatte die Absicht bekundet, zuerst den Bohrschlamm aus den Röhren zu pumpen lassen. Später sollten Tests durchgeführt werde, um sicherzustellen, dass kein Methangas durch die Bohranlage sickern würde. Harrell berief sich dabei auf eine Anordnungen von BP.

Doch BP-Manager Donald Vidrine wandte daraufhin ein, dass dies «nicht der korrekte Arbeitsablauf» sei. Die Diskussionen seien unter vier Augen weitergeführt worden. Es bleibt jedoch unklar, worauf sich Harrell und Vidrine bei den Diskussionen geeinigt hatten.

Um 22 Uhr kam es zum Unglück

Aus den Dokumenten der «Deepwater Horizon» und den Zeugenaussagen vor dem US-Kongress weiss man heute, dass die Borhinsel-Arbeiter im Verlauf des Tages begannen den Bohrschlamms aus den Röhren zu pumpen und ihn mit Meerwasser zu ersetzen. Später hätte die Versiegelung des Bohrlochs mit Zement stattfinden sollen. Dazu kam es jedoch nicht mehr. Um 22 Uhr des gleichen Tages kam es zu Explosion. Elf Menschen kamen beim Unglück ums Leben.

Die Details der Gespräche zwischen Harrel und Vidrine könnten entscheidend zur Aufklärung der Ölkatastrophe vom 20. April 2010 beitragen. Doch weder BP noch Transocean wollten gegenüber dem «Wall Street Journal» einen Kommentar zu Williams Aussagen machen.

Gegenseitige Schuldzuweisungen

Bislang schieben sich Lizenznehmer BP, Plattform-Betreiber Transocean sowie Halliburton als Auftragnehmer für die Zementierung des Bohrlochs gegenseitig die Schuld zu. BP wirft Transocean vor, bei der tonnenschweren Schutzvorrichtung fürs Bohrloch versagt zu haben. Transocean schiebt die Schuld wiederum weiter an Halliburton, die das Bohrloch hätte mit Zement abdichten sollen und Halliburton sagt wiederum, dass sie habe nur auf Anordnung von BP gehandelt habe.

Halliburton hat zudem vor dem Senat auf die ungewöhnliche Reihenfolge bei den Abschlussarbeiten zur Bohrung verwiesen. Normalerweise werde nach Abschluss der Bohrungen zuerst das Bohrloch mit Zement verschlossen, bis man mit der Förderung von Erdöl starte. In einem zweiten Schritt werde der Bohrschlamm aus den Röhren gepumpt. Im Fall von «Deepwater Horizon» verlief es jedoch umgekehrt.

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