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Patagonien versinkt in der Asche

Die Vulkanasche aus Chile liegt im Nachbarland Argentinien teilweise schon 30 Zentimeter hoch. Für mehrere Ortschaften in Patagonien wurde der Notstand ausgerufen.

Wissen kaum noch, wohin mit der Asche: Zwei Männer schaufeln in Villa La Angostura ein Dach frei. (16. Juni 2011)
Wissen kaum noch, wohin mit der Asche: Zwei Männer schaufeln in Villa La Angostura ein Dach frei. (16. Juni 2011)
Keystone
Eine dicke Aschendecke hat sich auf den Rio Limay gelegt. (16. Juni 2011)
Eine dicke Aschendecke hat sich auf den Rio Limay gelegt. (16. Juni 2011)
AFP
Der Vulkan hat jedoch nicht nur Asche ausgespuckt: Der Boden ist teilweise auch mit Bimsstein übersät. (6. Juni 2011)
Der Vulkan hat jedoch nicht nur Asche ausgespuckt: Der Boden ist teilweise auch mit Bimsstein übersät. (6. Juni 2011)
Reuters
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Besonders betroffen vom chilenischen Vulkanausbruch ist der Touristenort Villa La Angostura in der Provinz Neuquén. Der normalerweise malerische Ort mit etwa 7500 Einwohnern liegt nur 35 Kilometer von der Vulkan-Kette Caulle entfernt. Sie stösst seit bald zwei Wochen riesige Aschemengen in bis zu zehn Kilometer Höhe aus. Im Fernsehen waren Wälder und Berge zu sehen, die inzwischen einheitlich von einer grauen Schicht überzogen sind.

Etwa 60 Prozent der Bewohner von Villa La Angostura, etwa 1600 Kilometer südwestlich von der Hauptstadt Buenos Aires, waren kurz vor dem Winterbeginn auf der Südhalbkugel zudem ohne Strom. Auch die Wasserversorgung fiel wegen eines Pumpenschadens vorübergehend aus. Der Vulkanausbruch gefährde das Vieh und schade dem Tourismus, hiess es gestern.

Ferien vorgezogen

Die zweiwöchigen Winterschulferien wurden schon vorgezogen, weil die Schulen ohnehin geschlossen bleiben mussten. Auch das Vieh, vor allem Schafe, leidet unter der Asche, weil es auf den Weiden kaum noch Futter findet. Die Bewohner befürchten vor allem, dass die Touristen in der bevorstehenden Skisaison wegen der Asche ausbleiben könnten. Der Tourismus ist die Haupteinnahmequelle der Stadt.

Ähnlich ist die Lage auch in kleineren Orten in der ebenfalls patagonischen Provinz Chubut. Nach Ausrufung des Notstandes können die Behörden nach eigenen Angaben auf Gelder aus Krisenfonds zurückgreifen, um den Bedürftigen schneller und unbürokratischer Hilfe zukommen zu lassen.

Wieder Flüge zwischen Australien und Neuseeland

In Australien und Neuseeland beruhigte sich die Lage inzwischen ein wenig. Australische Fluggesellschaften nahmen am Freitag den Flugverkehr von und nach Neuseeland wieder auf. Dieser war seit Sonntag von einer Aschewolke aus dem chilenischen Vulkan Cordón Caulle unterbrochen worden.

Die Fluggesellschaften Qantas, Jetstar und Virgin Australia beobachteten aber noch genau die Aschekonzentrationen und liessen noch nicht alle Maschinen auf ihrem Flugplan starten. Wegen der Vulkanasche waren Zehntausende Passagiere gestrandet.

Die Fluggesellschaften gingen unterschiedlich mit dem Phänomen um; Virgin Australia und Air New Zealand entschieden, Flüge durchzuführen, wenn Aschekonzentrationen umflogen werden können. Air New Zealand hielt so den Flugverkehr mit Australien aufrecht. Qantas und Jetstar lehnten das Ausweichen vor Aschewolken ab und sagten Hunderte Flüge ab.

SDA/jak

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