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Politiker entgeht knapp einem Attentat

Als Ahmed Dogan, Chef der Türkenpartei, in Sofia eine Rede halten will, steht plötzlich ein Mann vor ihm und hält ihm eine Pistole an den Kopf. Der Politiker hatte grosses Glück.

Fehlgeschlagenes Attentat: Der Mann tauchte plötzlich auf. (19. Januar 2013)

Hätte die Schusswaffe des Attentäters funktioniert, wäre Ahmed Dogan nun möglicherweise tot – doch Videoaufnahmen zeigen, wie der bulgarische Spitzenpolitiker im letzten Moment davonkam. Während er bei einer Parteiversammlung in Sofia eine Rede hielt, stürmte ein bulliger Mann in schwarzer Lederjacke das Podium und hielt ihm die Gaspistole direkt vors Gesicht. Dogan ging in Deckung, es folgte ein kurzes Gerangel mit dem Täter, dann überwältigten herbeigeeilte Sicherheitskräfte den Angreifer mit roher Gewalt.

Ob der sichtlich erschrockene Parteichef den Schützen einfach rechtzeitig am Abdrücken hinderte oder ein technisches Malheur das Attentat am Samstag zum Scheitern verdammte, ist den Fernsehbildern von dem Vorfall nicht eindeutig zu entnehmen. Die BBC zitierte den bulgarischen Innenminister Zwetan Zwetanow mit den Worten, Dogan sei höchstwahrscheinlich durch «einer Fehlzündung» gerettet worden.

«Hass und Konfrontation»

Dogan führt die liberale «Bewegung für Rechte und Freiheit», eine politische Vereinigung ethnischer Türken und muslimischer Minderheiten, die etwa 12 Prozent der 7,3 Millionen Einwohner Bulgariens ausmachen. Bei dem Attentäter handelt es sich nach Behördenangaben um einen vorbestraften bulgarischen Nationalisten, der neben der Schusswaffe auch zwei Messer bei sich führte. Der 25-Jährige wurde festgenommen und ins Krankenhaus gebracht.

Gaspistolen sind primär zur Selbstverteidigung gedacht, aus kurzer Distanz abgefeuert können sie Menschen aber lebensgefährlich verletzen. Wie der bewaffnete Attentäter die Sicherheitskontrollen der Veranstaltung mit knapp 3000 Teilnehmern passieren konnte, blieb zunächst unklar. Auf Fernsehbildern baumelte eine Karte um seinen Hals, die wie eine Akkreditierung aussah.

Eigentlich sollte auf dem Parteitag der Nachfolger Dogans gewählt werden, der die Geschicke der von ihm gegründeten Partei schon seit 1990 leitet. Sein designierter Nachfolger Ljutvi Mestan vermutet, dass durch den Anschlag «Hass und Konfrontation» gesät werden sollten. Schon 1996 hatte die Ermordung des früheren Regierungschefs Andrei Lukanow für erschütternde Schlagzeilen über die bulgarische Politiklandschaft gesorgt.

(SDA)

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