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Polizei ist schuld am Tod von 96 Liverpool-Fans

Für ein Geschworenengericht war die Tragödie vom Hillsborough-Stadion in Sheffield kein Unfall. Vor 27 Jahren kam es dort zu einem tödlichen Gedränge.

Gedränge im «Metallkäfig»: Fussballfans stehen am 15. April 1989 im Hillsborough-Stadion von Sheffield. Durch nachdrängende Zuschauermassen werden die Menschen am Sicherheitszaun der Blöcke drei und vier der Westkurve erdrückt, zerquetscht oder zu Tode getrampelt.
Gedränge im «Metallkäfig»: Fussballfans stehen am 15. April 1989 im Hillsborough-Stadion von Sheffield. Durch nachdrängende Zuschauermassen werden die Menschen am Sicherheitszaun der Blöcke drei und vier der Westkurve erdrückt, zerquetscht oder zu Tode getrampelt.
Keystone
Einige Liverpool Fans können sich damals durch das Erklettern der oberen Tribüne des Hillsborough-Stadions retten.
Einige Liverpool Fans können sich damals durch das Erklettern der oberen Tribüne des Hillsborough-Stadions retten.
Keystone
Die Trauer bei den betroffenen Familien ist gross, auch 27 Jahre nach der Katastrophe: Ein Familienangehöriger hält das Foto eines der Todesopfer vom 15. April 1989 hoch.
Die Trauer bei den betroffenen Familien ist gross, auch 27 Jahre nach der Katastrophe: Ein Familienangehöriger hält das Foto eines der Todesopfer vom 15. April 1989 hoch.
Peter Powell, AFP
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27 Jahre nach der Massenpanik im Hillsborough-Stadion hat ein britisches Gericht geurteilt, dass es sich bei dem Tod von 96 Menschen nicht um einen Unfall gehandelt habe. Die Geschworenen befanden heute im englischen Warrington, dass nicht die Fans des FC Liverpool, sondern die Polizei schuld an der Tragödie gewesen sei. Diese habe im Vorfeld und während des Fussballspiels Fehlentscheidungen getroffen.

Am 15. April 1989 war es vor Beginn des Halbfinalspiels des FA Cups zwischen Liverpool und Nottingham Forest im Hillsborough-Stadion im nordenglischen Sheffield zu einem tödlichen Gedränge gekommen. Hunderte Liverpool-Fans wurden im Block hinter dem Tor ihrer Mannschaft durch die von aussen nachdrängenden Massen gegen die Zäune am Spielfeldrand gedrückt. 96 Menschen kamen ums Leben, und Hunderte weitere wurden verletzt.

Die Polizei gab zunächst den Hooligans die Schuld für die Katastrophe. Im August 1989 verwies eine Untersuchung dann zwar auf Fehler der Polizei. Allerdings befand die Staatsanwaltschaft 1990, dass keine ausreichenden Beweise für Anklagen vorlägen.

Im September 2012 kam dann eine unabhängige Untersuchungskommission zu dem Schluss, dass die Polizei eigene Fehler bewusst vertuscht hatte. Dies führte zu neuen Ermittlungen. Im März 2014 begannen Geschworene in einem eigens eingerichteten Gerichtssaal in Warrington, mehr als 800 Zeugen anzuhören. Die Geschworenen begannen am 6. April mit ihren Beratungen über ein Urteil.

AFP/rub

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