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Polizei verhaftet 100 Anti-SVP-Demonstranten

Die Polizei versucht, mit einem Grossaufgebot Störaktionen gegen die 100-Jahr-Feier der SVP in Zürich zu verhindern.

Ein grosses Polizeiaufgebot erwartete alle, die gegen die 100-Jahr-Feier der Zürcher SVP demonstieren wollten. Video: sda

Die befürchtete Eskalation blieb aus: Die Zürcher Polizei hat am Sonntagnachmittag rund 100 Demonstranten verhaftet, welche die 100-Jahr-Feier der Zürcher SVP stören wollten. Etwa gleich viele Personen wurden von der Polizei kontrolliert und weggewiesen.

Die Bilanz dieses Nachmittags sei positiv, sagte Marco Cortesi, Sprecher der Stadtpolizei Zürich, am späteren Nachmittag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Es habe keine Verletzten gegeben. Auch Schäden seien keine gemeldet worden. Eine detailliertere Bilanz stellte Cortesi für Montag in Aussicht.

Zwischenfälle in Richtung Enge

Am frühen Nachmittag war die Stimmung noch deutlich angespannter. Die Situation drohte anfangs zu eskalieren, als die Polizei einige Dutzend Demonstranten auf der Quaibrücke einkesselte. Mit Gitterfahrzeugen und Wasserwerfern wurden sie daran gehindert, auf den Bürkliplatz und zum Kongresshaus zu gelangen.

Verhaftung: Vor einer Tankstelle verhaftet die Polizei Demonstrierende.
Verhaftung: Vor einer Tankstelle verhaftet die Polizei Demonstrierende.
Patrice Siegrist
Splittergruppen: Die Polizei sucht offenbar nach zu verhaftenden Demonstrierenden.
Splittergruppen: Die Polizei sucht offenbar nach zu verhaftenden Demonstrierenden.
Patrice Siegrist
Die Ankündigung zur Gegendemonstration: «Linke Fäuste gegen rechte Hetze».
Die Ankündigung zur Gegendemonstration: «Linke Fäuste gegen rechte Hetze».
Screenshot
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Nachdem die Autonomen längere Zeit in dieser Situation verharren mussten, sie konnten sich weder vorwärts noch rückwärts bewegen, begann die Polizei damit, sie einzeln abzuführen. Die Polizisten fesselten sie mit Kabelbindern, hängten ihnen ihre Habe in einem Plastiksack um den Hals und führten sie ab. In Kastenwagen wurden sie auf den Posten gebracht.

Am anderen Ende des Seebeckens, in Richtung Enge, gab es zwar wiederholt kleinere Zwischenfälle. Die Polizei konnte diese aber jeweils im Keim ersticken.

Helikopter über Zürich

Wegen der Jubiläumsfeier wurde das Seebecken grossräumig mit hohen Zäunen abgesperrt. Mehrere hundert Polizistinnen und Polizisten standen in Vollmontur im Einsatz. Sie kontrollierten jeden Passanten, der auch nur Ansatzweise wie ein Autonomer aussah.

Ein Helikopter kreiste über dem Seebecken und verfolgte die Bewegungen der Demonstranten aus der Luft. Der Auto- und Tramverkehr war während des ganzen Nachmittags lahmgelegt. Zahlreiche Spaziergänger und Touristen beobachteten die Szenen.

Angriff mit Buttersäure

Bereits vor Wochen hatten Linksautonome angekündigt, den SVP-Anlass stören zu wollen. Das Polizeiaufgebot wurde entsprechend aufgestockt. Am Vorabend der Feier platzierten Unbekannte eine Buttersäure-Stinkbombe beim Kongresshaus, der einen penetrant stechenden Geruch im Haus verbreitete. Bis am Sonntag konnte der Saal aber gut gelüftet werden, zu riechen war nichts mehr.

Ob Linksautonome für den Stinkbomben-Angriff verantwortlich sind, ist noch nicht abschliessend geklärt. Ein Zusammenhang ist aber mehr als wahrscheinlich, da kurz nach dem Vorfall ein Bekennerschreiben auf der linken Plattform Indymedia aufgeschaltet wurde. Rechte Hetze stinke, schrieben die Unbekannten. Manchmal schade es aber nicht, gewisse Dinge doppelt zu unterstreichen.

Blocher, Maurer, Mörgeli

Im grossen Saal des Kongresshauses bekamen die über 1000 Gäste vom ganzen Polizeieinsatz wenig mit. Auf dem Programm standen unter anderem Reden von SVP-Stratege Christoph Blocher, Bundesrat Ueli Maurer und vom ehemaligen Nationalrat Christoph Mörgeli, der zum 100-Jahr-Jubiläum der Zürcher SVP ein Buch über die Partei geschrieben hat.

SDA/mb/che

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