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Rechtsextremist erschiesst zwei Strassenhändler in Florenz

Im italienischen Florenz erschoss ein 50-jähriger Italiener zwei senegalesische Strassenhändler. Bevor die Polizei den Täter festnehmen konnte, richtete dieser sich selbst.

Nach der Tat kam es zu Protestmärschen: Senegalesen trauern um ihre Landsleute. (14. Dezember 2011)
Nach der Tat kam es zu Protestmärschen: Senegalesen trauern um ihre Landsleute. (14. Dezember 2011)
Keystone

Auf einem Markt in Florenz hat ein Rechtsextremist den italienischen Behörden zufolge zwei senegalesische Strassenhändler getötet. Zudem habe der Schütze drei weitere senegalesische Einwanderer verletzt und sich anschliessend durch einen Kopfschuss getötet, als sich ihm Polizisten genähert hätten, teilte der Florentiner Staatsanwalt Giuseppe Quattrocchi heute mit.

Die Ermittler identifizierten den Attentäter als den 50-jährigen Gianluca C. Dem staatlichen Fernsehsender RAI zufolge war der Attentäter der Polizei bekannt, weil er an Demonstrationen einer rechtsextremen Gruppe teilgenommen habe.

«Blinde Explosion von Hass»

Der italienische Präsident Giorgio Napolitano verurteilte die «barbarische Tötung von zwei ausländischen Arbeitern» und nannte die Tat eine «blinde Explosion von Hass». In einer Erklärung rief er die italienischen Behörden und die Gesellschaft dazu auf, Intoleranz im Keim zu ersticken und die Tradition der Offenheit und Solidarität in Italien fortzusetzen.

Der Bürgermeister von Florenz, Matteo Renzi, beschrieb den Attentäter als einen «klar denkenden, verrückten und rassistischen Mörder», wie die Nachrichtenagentur Ansa meldete. Florenz weine, sagte Renzi den Angaben zufolge.

Protestmarsch von Einwanderern

Nach der Tat kam es zu einem spontanen Protestmarsch senegalesischer Einwanderer ins Stadtzentrum. Sie riefen: «Senegal, Senegal.»

Unterdessen sind in Rom fünf mutmassliche Rechtsextremisten festgenommen worden. Ob die Verhafteten im Zusammenhang mit der Mordtat in Rom steht, ist nicht klar. Den Ermittlungen der Polizei zufolge gehörten sie der verbotenen faschistischen Organisation «Militia» an. Gegen mindestens acht Verdächtige wurden Ermittlungen eingeleitet, wie die Behörden mitteilten. Es habe zudem zahlreiche Hausdurchsuchungen gegeben.

Den Festgenommenen wird die Zugehörigkeit zu einer verbrecherischen Organisation, Verbreitung von Rassenhass, Verherrlichung des Faschismus sowie die Bedrohung von Institutionen und ihren Vertretern zur Last gelegt. Unter den Bedrohten befinden sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft der Präsident des Senats, Renato Schifani, und des Abgeordnetenhauses, Gianfranco Fini, sowie der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Rom, Riccardo Pacifici.

dapd/mrs

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