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Rekruten foltern Kameraden in Kaserne

Eine Gruppe von Soldaten soll in der Truppenunterkunft Elm zwei ihrer Kollegen gefesselt und gequält haben – aus Rache.

Anhand der Stimme identifiziert: Keines der Opfer hat die Täter gesehen. (Symbolbild)
Anhand der Stimme identifiziert: Keines der Opfer hat die Täter gesehen. (Symbolbild)
Peter Klaunzer, Keystone

Sie fesselten ihre Opfer ans Bett, schlugen sie und unterzogen einen der Männer einer «Penis-Taufe»: Sieben ehemalige Rekruten stehen in Schwyz wegen Angriff, Freiheitsberaubung und Nötigung vor Gericht, wie der «Bote der Urschweiz» berichtet.

Die mutmasslichen Täter sollen im Juli 2014 in der Kaserne Elm zwei Männer angegriffen haben. Das erste Opfer fesselten sie an ein Bett; sie zogen dem Mann einen Stoffsack über den Kopf und schlugen auf ihn ein. Die Quälereien hielten sie auf Video fest.

Auch eine sogenannte «Penis-Taufe» führten sie durch, indem einer der Täter sein nacktes Glied über den Kopf des Opfers hielt. Erst als der Rekrut aus dem Kanton Glarus sich ohnmächtig stellte, hörten sie auf.

Der Glarner vermutet Rache als Motiv. Er hatte einen anderen Rekruten verteidigt, der von einigen der späteren mutmasslichen Täter verbal angegriffen worden war.

Zu 100 Prozent arbeitsunfähig

Das zweite Opfer – ein Tessiner – kann sich den Angriff nicht erklären. Auch er wurde gefesselt. Da er sich wehrte, schafften es die Angreifer nicht, ihm einen Sack über den Kopf zu stülpen. Sie blendeten ihn mit dem Weisslicht eines Sturmgewehrs. Der Tessiner konnte sich aus eigener Kraft befreien. Der Mann erlitt eine Bindehautreizung und war nach der Attacke zu 100 Prozent arbeitsunfähig.

Die Täter streiten die Vorwürfe mehrheitlich ab. Der Prozess dauert noch die ganze Woche. Die beiden Opfer haben die Täter nicht gesehen, vier der Männer identifizierte der Glarner an der Stimme.

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