Rettungskräfte bergen 99 Tote – 200 werden noch vermisst

Nach dem verheerenden Ausbruch des Feuervulkans wurden bislang nur 28 Todesopfer identifiziert – viele sind bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.

Ein erneuter Ausbruch behinderte die Suche nach Vermissten.

Nach dem Ausbruch des Feuervulkans in Guatemala haben Rettungskräfte mittlerweile 99 Leichen geborgen. Das gaben Forensiker am Mittwoch (Ortszeit) bekannt. Die Zahl der bislang geborgenen Todesopfer stieg damit um 24 an.

Dem forensischen Institut zufolge konnten lediglich 28 Menschen identifiziert werden. Viele Opfer sind bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Der Katastrophenschutz stellte die Bergung am Nachmittag erneut wegen Lavaflüssen und Regen ein.

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200 Menschen gelten weiter als vermisst. Deren Verbleib sei unklar, teilte der Katastrophenschutz des mittelamerikanischen Landes mit. «Wir kennen ihre Namen, ihr Alter und aus welchen Dörfern sie stammen.»

Verbrannt oder erstickt

Nach der heftigen Eruption am Sonntag waren mindestens 70 Menschen ums Leben gekommen. Viele verbrannten offenbar oder erstickten an giftigen Gasen. Es wurde befürchtet, dass die Zahl der Todesopfer weiter steigt. Bei den Bergungsarbeiten bot sich den Einsatzkräften ein schrecklicher Anblick: In einigen Häusern im Katastrophengebiet entdeckten sie ganze Familien, die bei dem Unglück ums Leben kamen.

«Der Ausbruch war der stärkste seit vielen Jahren», sagte der Direktor des guatemaltekischen Instituts für Vulkanologie, Eddy Sánchez. In den extrem schnell fliessenden Strömen aus Asche, Gas, Gestein und Lava, die an der Bergflanke hinabgleiten, könnten die Temperaturen bis zu 400 Grad erreichen.

Weitere Explosion behindert Helfer

Am Dienstag mussten die Helfer die Sucharbeiten vorübergehend einstellen, weil der Vulkan sich wieder regte. Nach einer erneuten Explosion wälzte sich Lava den Südhang des Berges hinab, wie der Katastrophenschutz des mittelamerikanischen Landes mitteilte.

Zudem wurde ein dichter Rauch- und Aschevorhang erwartet, wie das Institut für Vulkanologie des lateinamerikanischen Landes auf Twitter erklärte. Der Lavastrom könne heisse Gase absondern, weshalb das Gebiet unbedingt gemieden werden sollte.

Sechs Ortschaften evakuiert

Sechs Ortschaften im Gefahrengebiet wurden nach Angaben des Katastrophenschutzes evakuiert. Ärzte, Helfer und Journalisten wurden aus der Region um den Feuervulkan in Sicherheit gebracht, wie die Feuerwehr von Guatemala-Stadt auf Twitter mitteilte.

Seit dem Ausbruch des Volcán de Fuego wurden mehr als 70 Menschen getötet, 192 werden vermisst. (Video: Reuters)

Das katholische Hilfswerk Caritas richtete drei Notunterkünfte ein. «Diese Naturkatastrophe hat ausgerechnet zwei der ärmsten und abgelegensten Dörfer der Region am schwersten getroffen», sagte der Referatsleiter für Lateinamerika, Claudio Moser. «Das Hauptaugenmerk unserer Helfer vor Ort gilt derzeit der Bergung der unzähligen Verschwundenen.»

Drei Dutzend Schwerverletzte

Unterdessen kämpfen die Ärzte weiter um das Leben der Verletzten. 33 Patienten mit Verbrennungen dritten Grades wurden in den Spitäler der Region behandelt, wie Gesundheitsminister Carlos Soto am Dienstag sagte. Am Mittwoch sollten mindestens sechs Schwerverletzte in Spezialkliniken in die USA gebracht werden.

Der Volcán de Fuego ist einer von drei aktiven Vulkanen in dem mittelamerikanischen Land. Seit 2002 ist der etwa 3700 Meter hohe Berg wieder verstärkt aktiv. Erst im Mai brach der Vulkan aus und löste eine Schlammlawine aus.

roy/sda

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