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Riskantes Geschacher um globale Klimaziele

Beim Klimagipfel in Doha wird viel geredet und noch mehr verhandelt. Viele strittige Themen wurden jedoch vertagt. Droht nun das Scheitern der Klimakonferenz?

Vertritt die Schweizer Delegation in Doha: Bruno Oberle, Direktor des Bundesamts für Umwelt (BAFU). (Archivbild)
Vertritt die Schweizer Delegation in Doha: Bruno Oberle, Direktor des Bundesamts für Umwelt (BAFU). (Archivbild)
Keystone
Viel Aussicht auf Erfolg herrscht (noch) nicht: WWF-Aktivisten in Doha. (1. Dezember 2012)
Viel Aussicht auf Erfolg herrscht (noch) nicht: WWF-Aktivisten in Doha. (1. Dezember 2012)
AFP
Aktivisten fordern eine Führungsrolle der Arabischen Welt. (1. Dezember 2012)
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AFP
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Halbzeit beim Weltklimagipfel in Doha und kein Kompromiss in Sicht: Umweltschützer waren sich einig, dass es in der ersten Woche der Verhandlungen in Katar keine Bewegung gegeben hat. Ab Montag schalten sich nun die Umweltminister in die Verhandlungen über den Klimaschutz ein und versuchen, eine Nachfolgeregelung für das Kyoto-Abkommen zu erzielen.

Der deutsche Bundesumweltminister Peter Altmaier schrieb in einem Gastkommentar für die «Bild am Sonntag»: «Seit Tagen wird in Doha über die Rettung des Weltklimas verhandelt, bislang ohne jeden Erfolg.» Die vereinbarten Ziele seien nur zu erreichen, wenn Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer gemeinsam «aufwachen und handeln», betonte er. «Europa und Deutschland müssen dabei führen, denn wir wären am stärksten von den Folgen des Klimawandels betroffen.»

Weltweit funktioniere Umweltschutz nur noch über den Ausbau der erneuerbaren Energien, erklärte Altmaier. Er kündigte an, sich in Doha für einen «Club der Energiewendestaaten» starkzumachen. Der Club soll im Januar in Abu Dhabi gegründet werden. In Doha verhandeln noch bis zum 7. Dezember Konferenzteilnehmer aus knapp 200 Ländern über weitere Schritte im Kampf gegen Emissionen klimaschädlicher Treibhausgase.

EU soll wieder Vorreiterin sein

Ann-Kathrin Schneider vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland kritisierte in Doha: «Bisher wartet jeder darauf, dass der andere sich bewegt. Wenn das so weitergeht, scheitert die Konferenz.» Besonders negativ sei, dass sich Japan, Kanada, Russland und Neuseeland aus dem Kyoto-Protokoll verabschiedet hätten. Zudem setzten Staaten wie Polen und die Ukraine alles daran, ihre überschüssigen Emissionszertifikate aus der ersten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls in die zweite übertragen zu können. Dies höhle die ohnehin schon schwachen Zusagen zur Reduzierung der Treibhausgase weiter aus.

Die Klimaexpertin rief Altmaier auf, «sein ganzes politisches Gewicht in die Waagschale zu werfen», damit die EU in Doha vorangehe und ihr CO2-Minderungsziel bis 2020 auf mindestens minus 30 Prozent heraufsetze. Die EU müsste umgehend wieder eine Vorreiterrolle beim globalen Klimaschutz einnehmen. Die EU hatte ihr Ziel, im Jahr 2020 zwanzig Prozent weniger Kohlendioxid (CO2) als 1990 auszustossen, bereits 2011 erreicht, sich bisher jedoch nicht zu einer Steigerung durchgerungen.

dapd/ses

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