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«Wir haben eine der Blackboxes gefunden»

Abgestürzte Lion-Air-Maschine: Tauchern ist ein wichtiger Schritt bei der Suche nach der Unglücksursache gelungen.

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Der Flugschreiber ist vom Meeresboden auf ein Schiff geholt worden. Er ist offenbar intakt. Video: Reuters

Nach dem Flugzeugabsturz in Indonesien mit 189 Toten ist ein erster Flugschreiber der verunglückten Maschine geborgen worden. «Wir haben eine der Blackboxes gefunden», sagte der Leiter des nationalen Komitees für Verkehrssicherheit, Soerjanto Tjahjono, am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP.

Unklar war zunächst, ob es sich um den Flugdatenschreiber oder den Stimmenrekorder handelt, der die Unterhaltungen im Cockpit aufzeichnet.

Bilder zeigten, wie zwei Taucher im Absturzgebiet ein orangefarbenes Gerät auf ein Boot brachten. Die Behörden hatten bereits am Mittwoch Signale der Flugschreiber empfangen. Wegen des hohen Wellengangs und der starken Strömung konnten die Flugschreiber, die bei der Suche nach der Unglücksursache eine zentrale Rolle spielen, aber zunächst nicht geborgen werden.

Maschine war erst zwei Monate alt

Am Mittwoch gab das Militär bekannt, dass der Rumpf der Unglücksmaschine entdeckt wurde. Such- und Rettungsteams hätten am Grund der Javasee die mutmassliche Lage des Wrackteils ermittelt. Zuvor waren bereits Trümmer und sterbliche Überreste von Insassen entdeckt worden, jedoch nicht der Rumpf und die Flugdatenschreiber. Von diesen erhoffen sich die Ermittler Rückschlüsse auf die Absturzursache.

Die abgestürzte Maschine – eine Boeing 737 MAX 8 – gehörte Indonesiens grösster Billigfluggesellschaft Lion Air. Vermutet wird, dass das Unglück auf technische Probleme zurückzuführen ist. Der Technikchef der Fluglinie ist entlassen worden. Die Maschine war erst zwei Monate alt.

Hinterbliebene haben Proben für DNA-Tests bereitgestellt, um bei der Identifizierung der Opfer zu helfen. Das Unglück hat Sorgen um die Sicherheit in der schnell wachsenden Luftverkehrsbranche Indonesiens befeuert.

«Unserer Meinung war das Flugzeug nicht flugtüchtig und hätte nicht weiterfliegen sollen»: Chefermittler Nurcahyo Utomo bei der Pressekonferenz in Jakarta. (28. November 2018)
«Unserer Meinung war das Flugzeug nicht flugtüchtig und hätte nicht weiterfliegen sollen»: Chefermittler Nurcahyo Utomo bei der Pressekonferenz in Jakarta. (28. November 2018)
Erste Blackbox gefunden: Der Flugdatenschreiber wird im westlich der Insel Java von Tauchern auf ein Boot gebracht. (1. November 2018)
Erste Blackbox gefunden: Der Flugdatenschreiber wird im westlich der Insel Java von Tauchern auf ein Boot gebracht. (1. November 2018)
Adek Berry, AFP
Ein Schiff der Navy im Suchgebiet in den Karawang-Gewässern. (31. Oktober 2018)
Ein Schiff der Navy im Suchgebiet in den Karawang-Gewässern. (31. Oktober 2018)
Edgar Su, Reuters
Trümmer werden aus dem Meer gefischt. (31. Oktober 2018)
Trümmer werden aus dem Meer gefischt. (31. Oktober 2018)
Galih Pradipta, Reuters
Tauchern ist es offenbar gelungen, einen der Flugschreiber zu bergen. (31. Oktober 2018)
Tauchern ist es offenbar gelungen, einen der Flugschreiber zu bergen. (31. Oktober 2018)
Edgar Su, Reuters
Die Blackboxes sind wichtig bei der Aufklärung der Unglücksursache. (31. Oktober 2018)
Die Blackboxes sind wichtig bei der Aufklärung der Unglücksursache. (31. Oktober 2018)
Edgar Su
Im Tanjung Priok Hafen in Jakarta werden die persönlichen Gegenstände der Flugzeuginsassen gesammelt. (31. Oktober 2018)
Im Tanjung Priok Hafen in Jakarta werden die persönlichen Gegenstände der Flugzeuginsassen gesammelt. (31. Oktober 2018)
Willy Kurniawan
Kleidungsstücke der Passagiere des Flugs JT610 liegen im Hafen von Jakarta. (31. Oktober 2018)
Kleidungsstücke der Passagiere des Flugs JT610 liegen im Hafen von Jakarta. (31. Oktober 2018)
Beawiharta, Reuters
Angehörige begutachten die persönlichen Gegenstände der Passagiere. (31. Oktober 2018)
Angehörige begutachten die persönlichen Gegenstände der Passagiere. (31. Oktober 2018)
Tatan Syuflana/AP, Keystone
Nach Armeeangaben wurde der Rumpf der Maschine gefunden.
Nach Armeeangaben wurde der Rumpf der Maschine gefunden.
Bagus Indahono/EPA, Keystone
Er soll in 32 Metern Tiefe in der Javasee liegen.
Er soll in 32 Metern Tiefe in der Javasee liegen.
Tatan Syuflana/AP
Kontakt abgebrochen: Der Flug JT-610 der Billigairline Lion Air ist am 29. Oktober 2018 vor der indonesischen Küste abgestürzt. (Archivbild)
Kontakt abgebrochen: Der Flug JT-610 der Billigairline Lion Air ist am 29. Oktober 2018 vor der indonesischen Küste abgestürzt. (Archivbild)
AP Photo/Trisnadi
Grosse Trauer: Alle 189 Menschen an Bord kamen ums Leben.
Grosse Trauer: Alle 189 Menschen an Bord kamen ums Leben.
EPA/HADI SUTRISNO
Der Pilot der Boeing 737 wollte offenbar kurz nach dem Start nach Jakarta zurückkehren: Einsatzkräfte bergen Wrackteile.
Der Pilot der Boeing 737 wollte offenbar kurz nach dem Start nach Jakarta zurückkehren: Einsatzkräfte bergen Wrackteile.
EPA/BASARNAS
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Die Boeing liegt nach Angaben der Armee in 32 Metern Tiefe auf dem Boden der Javasee, etwa 15 Kilometer von der Küste entfernt. Die Maschine war Montag früh auf dem Weg aus der Hauptstadt Jakarta zu einer Nachbarinsel. Kurz nach dem Start stürzte sie ins Meer. Die Unglücksursache ist noch nicht geklärt. An Bord waren 181 Passagiere und 8 Besatzungsmitglieder.

Aufschluss erhoffen sich die Ermittler von den Blackboxes – die Flugschreiber mit Aufzeichnungen aus dem Cockpit. Bis zum Nachmittag waren diese allerdings noch nicht gefunden.

Bereits am Vortag Probleme

Lion Air bestätigte, dass es in der Unglücksmaschine am Tag vor dem Unglück Probleme mit der Instrumentenanzeige im Cockpit gegeben hatte. Demnach wurden Geschwindigkeit und Flughöhe falsch angezeigt.

Die Regierung ordnete an, dass alle Flugzeuge der gleichen Baureihe gecheckt werden. Auch Lion Air hat noch mehrere Boeing 737 MAX 8 in Betrieb. Sie dürfen jedoch weiterhin fliegen.

Verkehrsminister Budi Karya Sumadi kündigte an, die Sicherheitskonzepte überprüfen zu lassen. Dem Nachrichtenportal Detik sagte er: «Billigflieger sind eine Notwendigkeit. Es ist nichts Schlimmes daran. Es geht darum, die Sicherheit zu verbessern.»

Der Vorstandschef von Lion Air, Edward Sirait, bestätigte der Nachrichtenagentur DPA, dass es mit der Unglücksmaschine schon am Sonntag Schwierigkeiten gegeben hatte. «Aber die Probleme wurden über Nacht gelöst. Lassen Sie uns die Untersuchung abwarten.»

Die indonesische Luftverkehrsaufsicht KNKT ermittelt. Das Flugzeug war erst seit Mitte August in Betrieb.

(sda/afp)

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