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Russische Rakete schoss MH17 ab

Eine Buk-Rakete führte im Juli 2014 zum Absturz des Fluges MH17 über der Ukraine. Das gab die Untersuchungskommission im niederländischen Nieuwegein bekannt.

Er soll einer der Hauptverantwortlichen für den MH17-Abschuss gewesen sein: Oleg Wladimirowitsch Iwannikow. (Foto von 2012)
Er soll einer der Hauptverantwortlichen für den MH17-Abschuss gewesen sein: Oleg Wladimirowitsch Iwannikow. (Foto von 2012)
Bellingcat
Das Recherche-Netzwerk Bellingcat enttarnte den russischen Geheimdienst-Offizier in seinem neusten Bericht, der am Freitag vorgestellt wurde (25. Mai 2018).
Das Recherche-Netzwerk Bellingcat enttarnte den russischen Geheimdienst-Offizier in seinem neusten Bericht, der am Freitag vorgestellt wurde (25. Mai 2018).
AFP
Ein Bild der Verwüstung: Das Flugzeug wurde völlig zerstört. (17. Juli 2014)
Ein Bild der Verwüstung: Das Flugzeug wurde völlig zerstört. (17. Juli 2014)
Dmitry Lovetsky, Keystone
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Eine russische Buk-Rakete führte im Juli 2014 zum Absturz des Fluges MH17 über der Ukraine. Das gab die internationale Untersuchungskommission heute bei der Vorstellung der ersten Ergebnisse der strafrechtlichen Ermittlungen im niederländischen Nieuwegein bekannt.

Die Maschine der Fluggesellschaft Malaysia Airlines war im Juli 2014 auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur mit 298 Menschen an Bord über der Ostukraine abgestürzt.

Verwicklung der Russen

Hinter verschlossenen Türen wurden heute in den Niederlanden zunächst die Hinterbliebenen informiert. Die Niederlande, aus der die meisten Opfer von Flug MH17 der Malaysia Airlines stammten, hatten die Ermittlungen des sogenannten Joint Investigation Team (JIT) geleitet.

Ermittlungsleiter Wilbert Paulissen sagte, Mitschnitte des Funkverkehrs zeigten, dass die prorussischen Rebellen um die Stationierung einer mobilen Luftabwehreinheit nachgesucht und dann die Ankunft eines solchen Buk-Raketensystems in der Ostukraine bestätigt hätten.

Rakete aus Russland in die Ukraine transportiert

«Es kann gefolgert werden, dass MH17 von einer 9M38-Rakete abgeschossen wurde, die von einer Buk(-Einheit) gestartet wurde, die vom Gebiet der Russischen Föderation hereingebracht und danach wieder in die Russische Föderation zurückgebracht wurde», sagte Paulissen auf der Pressekonferenz.

Rund 100 Personen seien identifiziert worden, die mit dem Absturz in Verbindung stehen könnten. Den Ermittlern zufolge bestehe ein «realistische Chance», die Schuldigen vor Gericht zur Verantwortung zu ziehen. Konkrete Namen von Tatverdächtigen wurden jedoch nicht genannt.

Schwierige Bedienung

Das Flugabwehrraketensystem Buk («Buche») wurde in der sowjetischen Armee 1979 eingeführt. In unterschiedlichen Varianten ist es in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion bis heute im Einsatz. Die für den Abschuss der malaysischen Boeing MH17 infrage kommende Modifikation M1 zerstört Ziele in einer Höhe von bis zu 22 Kilometern und ist innerhalb von 5 Minuten feuerbereit.

Eine komplette Einheit besteht aus dem Kommandofahrzeug, einem Suchradar und mehreren Raketenfahrzeugen. Letztere verfügen über eigene Leitradare und können damit begrenzt unabhängig agieren.

Die Bedienung des Systems gilt als schwierig. Eine mehrmonatige intensive Ausbildung gilt nach Angaben von Experten als Minimum, um das Kriegsgerät zu beherrschen.

SDA/jdr

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