Ryanair landet im falschen Land – und bietet Passagieren Busfahrt an

Eine Maschine der Billigairline flog wegen Schnees nach Rumänien statt Griechenland. Die Regierung in Athen kam den Gestrandeten zu Hilfe.

Ärger nach Entscheidung im Cockpit: Eine Ryanair-Maschine landete 770 Kilometer vom eigentlichen Zielort entfernt. (Archiv)

Ärger nach Entscheidung im Cockpit: Eine Ryanair-Maschine landete 770 Kilometer vom eigentlichen Zielort entfernt. (Archiv)

(Bild: Keystone Martin Meissner)

Die Piloten eines Fliegers der irischen Billigairline Ryanair haben sich am Freitagabend für eine ausserplanmässige Landung entschieden: Die Maschine startete in London und hätte nach Thessaloniki fliegen sollen. Aufgrund des Schnees steuerten die Piloten jedoch Timisoara, eine Stadt im Westen Rumäniens, an. Dort hat Ryanair eine Basis.

Den 200 Passagieren wurde indes kein Weiterflug angeboten, vielmehr hätten sie die restliche Strecke mit dem Bus fahren können – eine über achtstündige Fahrt über 770 Kilometer.

Empörung auf Twitter

Trotz der Empörung nahm ein Grossteil der Fluggäste das Angebot an, 89 Passagiere weigerten sich jedoch und übernachteten am Flughafen. Tags darauf konnten schliesslich auch sie mit einer von der griechischen Regierung bereitgestellten Maschine nach Thessaloniki weiterfliegen. Mit knapp 24 Stunden Verspätung gelangten schliesslich auch sie an ihren Zielort.

Einige Passagiere verschafften ihrem Ärger auf Twitter Luft: Eine Userin schrieb, Ryanair ziehe es vor in Rumänien zu landen, einem anderen Land! «Dabei haben wir in Griechenland ein Dutzend andere Flughäfen ohne Schnee.» Ryanair entschuldigte sich für den Vorfall und erklärte, dass die Kontrolle der Umstände nicht «in ihrer Macht» lag.

Angesprochen auf die irische Billig-Airline meinte der griechische Verkehrsminister Christos Spirtzis: «Niedrige Preise, niedrige soziale Verantwortlichkeit.»

Erneut Passagierrekord

Trotz Umleitungen, Turbulenzen durch Annullierungen und Streiks hat Ryanair einen Rekordwert an Passagieren für 2018 vermeldet. Das Unternehmen transportierte im vergangenen Jahr 139,2 Millionen Fluggäste, das war ein Plus von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Wachstum verlangsamte sich jedoch – 2017 konnte Ryanair seine Passagierzahl noch um zehn Prozent steigern.

Ryanair erreichte nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr zudem eine Auslastung seiner Maschinen von 96 Prozent. Hinter der Billigfluggesellschaft liegt ein turbulentes Geschäftsjahr. Anfang 2018 mussten zahlreiche Flüge annulliert werden, weil es Probleme bei der Planung der Piloteneinsätze gab. Vor allem im zweiten Halbjahr kam es dann zu Streiks in mehreren Ländern, darunter auch in Deutschland. Die Beschäftigten forderten mehr Geld und eine bessere Planung ihrer Arbeit.

In Deutschland einigten sich Anfang Dezember die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) und Ryanair auf ein Eckpunktepapier zur Beilegung des Tarifkonflikts mit den Piloten. Bis Ende März sollen mehrere Tarifverträge auf der Grundlage deutschen Rechts geschlossen werden. Auch in Grossbritannien, Portugal und Italien schloss Ryanair Vereinbarungen mit den Arbeitnehmern.

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