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«Schiessereien sind nicht ungewöhnlich in der Schweiz»

Die Meldung vom bewaffneten Widerstand des Bieler Rentners Peter Hans Kneubühl geht um die Welt. Die Bieler Polizei kommt dabei schlecht weg.

«100 Swiss police can't catch retiree with gun», titelte die internationale Presseagentur AP. Zu Deutsch: «100 Schweizer Polizisten erwischen bewaffneten Rentner nicht.» Diese Meldung ging Ende letzter Woche über den ganzen Globus. Nicht nur deutsche Medien wie «Spiegel», «Bild» oder «Focus» berichteten darüber. Auch zahlreiche nicht benachbarte Print- und Online-Medien wie «Sidney Morning Herald», «The Hindu» oder «Canadian Press» nahmen die Nachricht auf. Gerade zum Jahrestag des Twin-Tower-Attentats erstaunt das augenscheinliche Unvermögen der Einsatzkräfte. Dass Eliteeinheiten nicht einmal einen betagten Rentner einfangen können, wirft kein erfreuliches Bild auf die Schweizer Sicherheitslage.

«Die Wut der Bevölkerung wächst», schrieb denn auch die «Washington Post» am vergangenen Freitag. Und mehr noch: «Schiessereien sind nicht ungewöhnlich in der Schweiz, wo Schützenvereine sich grosser Beliebtheit erfreuen und viele Männer als Teil der militärischen Bereitschaft des Landes Dienstgewehre zu Hause haben.»

User sympathisieren mit Kneubühl auf Facebook

Solche übertriebenen Bilder dürften durch Sympathie-Bekundungen auf Facebook nur verstärkt werden. Denn da feiern zahlreiche Polizei-Hasser Peter Hans Kneubühl als Helden. Es existieren mehrere Gruppen, welche Kneubühl Mut machen im Kampf gegen die Polizei. «Der Mann, der die Deutschschweizer Polizei geraucht hat», heisst eine von ihnen. «Amok Opa Peter Kneubühl zeigt den Schweizer Polizisten wos langgeht», «Peter Hans Kneubühl, Bieler Held!» oder «Peter Hans Kneubühl, wir sind stolz auf dich!» nennen sich andere. Die meisten von ihnen haben zwar nur rund zwei Dutzend Mitglieder und sind wohl alles andere als ernst gemeint, dennoch sind darunter auch deutliche Ermutigungen.

Und zwei Fanseiten bei Facebook weisen gar gegen 1000 Anhänger auf. Auch hier wird Kneubühl als Nationalheld verehrt und sein «Sieg» gegenüber der Polizei hochgejubelt. Man vergleicht ihn auch mit Scarface, dem skrupellosen Mafioso im Film mit Al Pacino.

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