Schüsse in besetztem Naturpark – ein Toter

Die Polizei wollte im US-Staat Oregon Mitglieder einer Bürgerwehr verhaften, dabei kam es zu einem Schusswechsel.

Sechs Besetzer wurden festgenommen: Mitglieder der Naturpark-Bürgerwehr in Oregon. (23. Januar 2016)

Sechs Besetzer wurden festgenommen: Mitglieder der Naturpark-Bürgerwehr in Oregon. (23. Januar 2016)

(Bild: Keystone Keith Ridler)

Bei einem Schusswechsel zwischen der Polizei und den Besetzern eines Naturparks im US-Bundesstaat Oregon ist am Dienstag ein Mensch getötet worden. Sechs Besetzer, darunter der Anführer der Bürgerwehr, seien festgenommen worden, teilte die US-Bundespolizei FBI mit. Neben dem Anführer Ammon Bundy sei auch sein Bruder Ryan festgenommen worden.

Berichten zufolge waren Bundy und seine Anhänger am Dienstag auf dem Weg zu einem Bürgertreffen in einem Seniorenzentrum im Ort John Day im Bezirk Grant County, um für ihr Anliegen zu werben. Unterwegs gerieten sie allerdings in eine Verkehrskontrolle, die an einer Autobahn in einen Schusswechsel ausartete.

Eine «hinreichend tatverdächtige Person starb», teilten das FBI und die Staatspolizei von Oregon mit. Weitere Details zu dem Todesopfer würden zunächst nicht genannt. Eine weitere Person habe nicht lebensgefährliche Schusswunden erlitten und werde in einer Klinik behandelt, hiess es weiter.

Besetzer wollten verhafteten Landwirten beistehen

Bis zu hundert Mitglieder einer regierungsfeindlichen Bürgerwehr, Rancher und andere Aktivisten hielten das Verwaltungsgebäude des Wildschutzgebiets Malheur National Wildlife Reserve im Bezirk Harney besetzt. Als die Polizei am Dienstag einige der Besetzer habe festnehmen wollen, sei es zu dem Schusswechsel gekommen, teilte das FBI mit. Einer der Besetzer sei verletzt worden.

Die Bewaffneten hielten die Besetzung aufrecht, obwohl sich Anfang Januar zwei Landwirte der Justiz stellten, deren Haftstrafen die Aktion auslösten. Die Besetzer unter Führung des 40-jährigen Ranchers Bundy wollten mit ihrer Aktion den Landwirten beistehen und forderten deren Freilassung.

Bundy wirft den Behörden vor, die Verurteilten zu schikanieren, weil diese ihre Farm nicht verkaufen wollten. Er ist der Sohn des Farmers Cliven Bundy, der im Jahr 2014 durch eine Auseinandersetzung mit den US-Bundesbehörden um Weiderechte grössere Aufmerksamkeit erregte. Seine Familie war bereits in Nevada an einem Konflikt mit der Regierung über Weiderechte beteiligt.

chk/AFP

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