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Schweizer Hilfswerk arbeitet in Ebola-Gebiet

Zahlreiche Schweizer halten sich in den von Ebola betroffenen afrikanischen Ländern auf. Wie sie auf die Bedrohung durch das Virus reagieren – und mit wie vielen Schweizer Infizierten der Bund rechnet.

121 Ebola-Opfer an einem Tag: Das Hastings Ebola Notfallzentrum ausserhalb von Freetown, Sierra Leone. (6. Oktober 2014)
121 Ebola-Opfer an einem Tag: Das Hastings Ebola Notfallzentrum ausserhalb von Freetown, Sierra Leone. (6. Oktober 2014)
Keystone
Werden von Patienten überrannt: Ein US-Soldat grenzt mit Stacheldraht das Grundstück einer neuen Krankenstation ab.
Werden von Patienten überrannt: Ein US-Soldat grenzt mit Stacheldraht das Grundstück einer neuen Krankenstation ab.
Pascal Guyot, AFP
Gesundheitstest am Flughafen von Conakry, Guinea. (22. Juli 2014)
Gesundheitstest am Flughafen von Conakry, Guinea. (22. Juli 2014)
AFP
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Über 1000 Menschen sind bereits an Ebola gestorben. Deutschland handelt nun: Das Aussenministerium hat alle deutschen Staatsbürger aufgefordert, aus Guinea, Sierra Leone und Liberia auszureisen. Auch Schweizer halten sich in diesen Ländern auf.

So sind etwa 35 Personen aus der Schweiz für die christliche Schweizer Allianz Mission (SAM) in Guinea tätig. Sie arbeiten im medizinischen Bereich, in der Grund- und Berufsbildung, der theologischen Ausbildung oder der ländlichen Entwicklungshilfe. Der Laborchef des SAM-Spitals in der guineischen Stadt Macenta war eines der ersten Ebola-Opfer. «Einer unserer Ärzte untersuchte ihn zuvor mehrere Male, ohne zu wissen, um was es sich handeln könnte», teilte Adrian Förster, Leiter Kommunikation bei SAM, der Nachrichtenagentur sda mit.

«Sind sich Krisen gewohnt»

Rund zwei Wochen zuvor war bereits der Direktor des Regierungsspitals in Macenta gestorben. Der Projektleiter von SAM schrieb daher am 16. März: «Unterdessen mehren sich die Zeichen, dass diese beiden und weitere Todesfälle zusammenhängen.» Mittlerweile ist klar, dass beide Personen an Ebola gestorben sind. Dennoch ist SAM weiter in Guinea präsent. «Unser Personal vor Ort hat recht gelassen reagiert. Viele Mitarbeitende arbeiten dort seit Jahren und sind sich Krisen gewohnt», teilte Förster mit.

Wenn man Ebola rational betrachte, seien andere Risiken, beispielsweise im Strassenverkehr, wesentlich grösser. Trotzdem seien die von der WHO empfohlenen Vorsichtsmassnahmen umgesetzt worden: Generelle Hygienemassnahmen, Vermeidung öffentlicher Transportmittel, keine privaten Krankenbesuche und kein Verzehr von Bushmeat.

Höchstens zwei Infizierte

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) rechnet mit höchstens ein bis zwei infizierten Schweizern. Dies deshalb weil es sich bei den Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone nicht um Tourismusdestinationen handle. Denkbar sei, dass ein erkranktes Mitglied einer Hilfsorganisation zur Behandlung in die Schweiz zurück transportiert würde, teilte Marcel Marti, Leiter Kommunikation beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) der sda mit.

Allerdings müsse bedacht werden, dass solche medizinischen Mitarbeiter in den betroffenen afrikanischen Ländern sehr gut geschützt arbeiteten und daher auch für sie ein tiefes Infektionsrisiko bestehe, so Marti.

Auch Deutschland macht beim medizinischen Personal eine Ausnahme: Die Aufforderung, Guinea, Sierra Leone und Liberia zu verlassen, gelte ausdrücklich nicht für medizinisches Personal, das dringend zur Bekämpfung des Virus' benötigt werde, sagte ein Sprecher am Mittwoch in Berlin.

Bundesrät behält Situation im Auge

Die Schweizer Regierung teilte am Mittwoch mit, sie behalte die Situation aufmerksam im Auge. Nach derzeitiger Beurteilung sei die Gefahr einer Ausbreitung der Krankheit in der Schweiz sehr klein, hiess es in einer Mitteilung. Käme es dennoch dazu, wären Vorbereitungen getroffen, heisst es. Bisher sei keine Ansteckung mit dem Ebola-Virus ausserhalb Afrikas erfolgt. Personen, die sich in einem betroffenen Land anstecken und in die Schweiz zurückgebracht werden müssten, könnten in Schweizer Spitälern isoliert behandelt werden, schreibt der Bundesrat.

Alle grossen Spitäler in der Schweiz hätten die für Fälle wie Ebola erforderlichen Isolationszimmer und entsprechend ausgebildetes medizinisches Personal, teilte BAG-Sprecher Marti mit. Das BAG hat zusammen mit den Schweizer Flughäfen zudem einen Notfallplan erarbeitet, für den Fall, dass sich die Situation zuspitze. Als Zuspitzung bezeichnet Marti den Fall, dass sich das Virus leichter übertragen würde oder dass es zu ersten Erkrankungen in Europa käme.

SDA/thu

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