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Schwere Hai-Attacken an russischer Küste

An der südostrussischen Küste haben Haie zwei Menschen schwer verletzt. Einem Mann wurden beide Unterarme abgerissen. Nun fordern die Behörden ein Badeverbot.

Bei zwei für die Region beispiellosen Hai-Attacken sind an der südostrussischen Küste zwei junge Männer schwer verletzt worden. Ein 16-Jähriger erlitt am Donnerstag nach Behördenangaben durch den Angriff eines Hais in der Primorje-Region schwere Verletzungen, am Vortag hatte ein Hai einem 25-Jährigen beide Unterarme abgerissen. Die Behörden verhängten ein Badeverbot und rätselten, wie es zu den Attacken kommen konnte.

Der Hai habe den 16-Jährigen am Oberschenkel und an den Arterien verletzt, sagte ein Sprecher des örtlichen Katastrophenschutzministeriums der Nachrichtenagentur AFP. Er sei zur Behandlung in die regionale Hauptstadt Wladiwostok gebracht worden. Der Angriff ereignete sich den Angaben zufolge in der Nähe der Insel Sheltuchina im Bezirk Chasan im äussersten Osten Russlands. Der Junge sei tauchen gegangen, sagte die Augenzeugin Anna Pribitko. «Er entfernte sich nur 20 bis 25 Meter von der Küste, und dort griff der Hai ihn an.»

Frau beschützen

Bereits am Mittwoch war im Bezirk Chasan im Japanischen Meer ein 25-Jähriger angefallen worden, als er mit seiner Frau schwimmen war. Die Attacke habe sich etwa 25 Meter vor der Küste der Teljakowski-Bucht ereignet, sagte der Chefchirurg des Bezirkskrankenhauses von Chasan, Arkadi Babenko, dem russischen Fernsehen. «Er wehrte sich so gut er konnte, um seine Frau zu beschützen», fügte der Arzt hinzu. Dabei verlor der 25-Jährige beide Unterarme, so dass er auf der Intensivstation behandelt werden musste.

Nach diesem ersten Hai-Angriff hatten die Behörden von Primorje bereits ein Badeverbot erlassen, das am Donnerstag ausgedehnt wurde. Allerdings konnte das örtliche Katastrophenschutzministerium offenbar zunächst selbst nicht fassen, dass ein Hai angegriffen hatte: Statt von einem Hai war zunächst von einem «Meerestier» die Rede gewesen.

Normalerweise ungefährlich

Zwar wurden in der Region mehrere Arten von Haien, unter anderen der Heringshai, gesichtet, sie greifen jedoch normalerweise keine Menschen an. In der Vergangenheit habe es keine Hai-Angriffe auf Menschen gegeben, sagte der Meeresbiologe Wladimir Rakow. Unter Berufung auf Augenzeugen der Attacke vom Mittwoch, die von einem bis zu vier Meter langen Hai sprachen, stellte Rakow die Vermutung an, dass es sich um einen Weissen Hai gehandelt habe.

Möglicherweise würden die auch für Menschen gefährlichen Tiere durch das klare Wasser und die Robben in die Region gelockt, hiess es von Wissenschaftlern. Ein örtlicher Behördenvertreter sagte, es werde versucht, den Hai zu fangen.

Vergangenes Jahr war die Zahl der weltweiten Hai-Angriffe auf Menschen nach Angaben von Wissenschaftlern im US-Bundesstaat Florida im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent auf 79 Fälle gestiegen. Das war der höchste Stand seit einem Jahrzehnt. Meeresbiologen vermuten, dass die Zunahme des weltweiten Tourismus zu dieser Entwicklung beiträgt. Auch der Klimawandel und die Überfischung der Meere könnten demnach eine Rolle spielen. Auch an Stränden der Seychellen im Indischen Ozean war am Mittwoch ein Badeverbot verhängt worden, nachdem dort binnen zwei Wochen zwei Touristen aus Frankreich und Grossbritannien getötet worden waren.

yb/ju»

AFP/wid

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