Zum Hauptinhalt springen

Schwestern finden sich 30 Jahre nach Katastrophe wieder

Ein Vulkanausbruch in Kolumbien 1985 hat Lorena und Jaquelin getrennt. Nun liegen sich die Frauen erstmals wieder in den Armen.

Vereint: Jaqueline Sanchez herzt ihre sechs Jahre jüngere Schwester Lorena Sanchez. (25. Februar 2016)
Vereint: Jaqueline Sanchez herzt ihre sechs Jahre jüngere Schwester Lorena Sanchez. (25. Februar 2016)
Keystone

Die beiden Kinder waren von unterschiedlichen Familien adoptiert worden, nachdem sie ihre Eltern beim Unglück in der Stadt Armero verloren hatten. Lorena, die damals noch Zuly Janeth hiess, wusste stets, dass sie adoptiert worden war, doch hiess es, sie habe ihre gesamte Familie verloren. Dennoch beschloss sie vor drei Jahren, einen DNA-Test vornehmen zu lassen. Gleichzeitig startete sie mit Hilfe der Stiftung Armando Armero, die sich um die Opfer der Tragödie kümmert, einen Suchaufruf nach ihrer leiblichen Mutter.

Als Jaquelin Sanchez das auf Facebook gepostete Video sah, wusste sie sofort, dass es sich um ihre verloren geglaubte jüngere Schwester handeln musste. «Immer wieder schaute ich mir das Video an und sagte mir, 'das ist meine Schwester, das ist meine Schwester'», erzählte die 39-Jährige. Nach ihren Angaben war die um sechs Jahre jüngere Lorena bei der Katastrophe mit ihrem Kindermädchen, das die Kleine später der Adoptionsbehörde übergab.

25'000 Tote nach dem Vulkanausbruch

Der DNA-Nachweis gestaltete sich zunächst schwierig, da die beiden Frauen nur Halbschwestern sind. Doch schliesslich bestätigte sich, dass sie dieselbe Mutter hatten, wie der Genexperte Juan Yunis unter dem Beifall im Saal erklärte. Die beiden Frauen sind nach Angaben der Stiftung die ersten «verlorenen Kinder» von Armero, die wiedervereint werden konnten.

Und nun das Happy-End, das in der Tat erdauert werden musste. Mehr als 30 Jahre nach dem Untergang der kolumbianischen Stadt – der Ausbruch des Vulkans Nevado del Ruiz am 13. November 1985 begrub den Ort unter einer Schlammlawine und kostete 25'000 Menschen das Leben – haben sich heuer die beiden Schwestern wiedergefunden. Gemäss der BBC erklärte Lorena, dass das Wiedersehen schön und traurig zugleich sei. «Ich muss 30 Jahre ihres Lebens nachholen. Und sie muss dasselbe bei mir machen.»

SDA/fal

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch