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Schwulen-Parade in Litauen angegriffen

Die litauische Polizei hat am Samstag eine Demonstration gegen eine Homosexuellen-Parade in der Hauptstadt Vilnius mit Tränengas aufgelöst.

Zuerst ging noch alles gut: Baltic Price, die Parade der Homosexuellen in Litauen.
Zuerst ging noch alles gut: Baltic Price, die Parade der Homosexuellen in Litauen.
Keystone

Am Ende des Marsches «Baltic Pride 2010» attackierten rund 2000 Gegendemonstranten mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern die Teilnehmer. Die mit fast tausend Beamten präsente Polizei trennte die Gruppen beiderseits der durch Vilnius fliessenden Neris. 19 Demonstranten wurden laut Polizei festgenommen.

Der Umzug «Baltic Pride» war Mitte der Woche zeitweilig verboten, weil ein Verwaltungsgericht «Störungen der öffentlichen Ordnung» befürchtete. Ausserdem könnten die Behörden die Sicherheit der Teilnehmer nicht garantieren, hiess es weiter. Erst heftige internationale Proteste und ein höchstrichterlicher Spruch am Freitag brachten grünes Licht.

Litauens Mühe mit der Homosexualität

Die Veranstalter des Schwulen-Marsches erklärten, sie wollten mehr Aufmerksamkeit auf die Unterdrückung von Homo-, Trans- und Bisexuellen in Litauen lenken. Gleichzeitig riefen Gegendemonstranten Parolen wie «Tod den Schwulen» und «Litauen den Litauern.»

Neonazis und Rocker hatten vorab tätliche Angriffe gegen den ersten Umzug dieser Art im katholischen Litauen angekündigt. Die Polizei meldete zwölf Festnahmen, darunter auch von Mitgliedern des litauischen Parlaments. Litauen hatte unter anderem durch ein gesetzliches Verbot zur «positiven Darstellung» von Homosexualität an Schulen heftige internationale Kritik ausgelöst.

SDA

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