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Sex-Tourismus: Aargauer Magnetopath erneut verhaftet

Ein bekannter Schweizer Parapsychologe soll in Thailand und Kambodscha Knaben missbraucht haben. In Kambodscha treiben immer mehr Schweizer Pädophile ihr Unwesen.

Der 79-jährige Hugo L. verbringt diese Festtage hinter Gitter. Der Mann aus dem Kanton Aargau ist am 24. Dezember in Sihanoukville (Kambodscha) festgenommen worden, weil er mindestens vier Knaben sexuell missbraucht oder belästigt haben soll. Die mutmasslichen Opfer sind zwölf und dreizehn Jahre alt, wie die Westschweizer Zeitung «Le Matin» berichtet.

Hugo L., der als Magnetopath tätig ist, ist offensichtlich ein Wiederholungstäter. Der 79-Jährige war schon im letzten September in Thailand wegen sexueller Delikte verhaftet worden. Er kam dann auf Kaution frei und verliess Thailand. Der bekannte Parapsychologe, der behauptet, seelische Störungen heilen zu können, soll sich in den letzten Jahren immer wieder in Thailand aufgehalten haben.

Im Dezember tauchte Hugo L. in Kambodscha auf, wo er den Mitarbeitern einer lokalen Organisation, die sich gegen Sextourismus einsetzt, rasch auffiel. Die Polizei beobachtete den pädophilen Schweizer mehrere Tage, bevor sie ihn festnahm. Als Hugo L. am 24. Dezember am Strand einen Knaben ansprach, trat die Polizei in Aktion. Bei einer Verurteilung in Kambodscha droht ihm eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren.

Immer mehr Pädophile in Kambodscha

Dass sich Hugo L. nach Kambodscha abgesetzt hatte, ist vermutlich kein Zufall, wie Seila Samleang, Direktor der Organisation «Aktion für die Kinder», zu verstehen gibt. «Es gibt das Gerücht, das besagt, dass Pädophile in Kambodscha nichts riskieren», sagte Samleang der Zeitung «Le Matin». Er bestätigte, dass sich Kambodscha in den letzten Jahren zu einer Destination für Sex-Touristen entwickelt hat. Unter anderem, weil in Thailand die Behörden den Kampf gegen den Sex-Tourismus verstärkt haben.

Laut Samleang reisen immer mehr Schweizer Pädophile nach Kambodscha. Die Zahl der Ermittlungen wegen Sexualdelikten ist allerdings noch relativ klein. So soll es in diesem Jahr fünf Strafverfahren gegen Schweizer Bürger gegeben haben – gegenüber null Strafverfahren vor fünf Jahren. Laut dem Bericht von «Le Matin» gibt es keine offiziellen Statistiken in dieser Sache. Und von der Westschweizer Zeitung befragte Experten können die These nicht belegen, dass überdurchschnittlich viele Schweizer Pädophile in Kambodscha ihr Unwesen treiben.

Informationen, die gewisse Rückschlüsse und Vergleiche erlauben, liefert eine Unicef-Studie über den Sextourismus in Kenia: Dort sind zwölf Prozent der Touristen, die Kinder sexuell missbrauchen, Schweizer Bürger.

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