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Sicherheits-App gegen Sex-Attacken

In Basel sind viele Frauen verunsichert, nachdem sich sexuelle Belästigungen und Vergewaltigungen gehäuft haben. Eine Jungpolitikerin lanciert nun eine Idee für mehr Sicherheit.

«So gehts nicht weiter»: Tiziana Conti von der Jungen CVP Basel-Stadt. (Quelle: Keystone)

Er spielte den Hilfsbereiten, doch dann fiel er über sein Opfer her: Ein unbekannter Mann hat in der Nacht auf den letzten Samstag in der Elisabethenanlage in Basel eine Frau vergewaltigt. Weil die WC-Anlagen im Bahnhof bereits geschlossen gewesen waren, hatte sie den als Nordafrikaner beschriebenen Täter nach der nächstgelegenen Toilette gefragt. Der Mann wurde noch nicht gefasst.

Sechs Fälle von Vergewaltigung

Die Vergewaltigung vom 2. Juni ist schon das 15. Sexualdelikt, das seit Anfang dieses Jahres im öffentlichen Raum in Basel verübt worden ist. Zum Vergleich: Im ganzen Jahr 2011 vermeldete die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt 23 Sexualdelikte.

Aus den Medienmitteilungen der Staatsanwaltschaft geht hervor, dass es seit Anfang Jahr in Basel sechs Vergewaltigungen gegeben hat. In einem Fall – im Februar – konnte der Täter kurz nach dem Verbrechen gefasst werden. Die Signalements der anderen Vergewaltiger legen die Vermutung nahe, dass kein Serientäter sein Unwesen treibt. Bei 9 von den 15 Sexualdelikten ging es um sexuelle Belästigung oder Nötigung.

Kein Zusammenhang zwischen Delikten

Zwischen den Sexualdelikten in diesem Jahr – 6 alleine seit Ende April – gibt es laut Staatsanwaltschaft und Polizei von Basel-Stadt keinen Zusammenhang. Dies erklärte Kriminalkommissär René Gsell am Mittwochvormittag auf Anfrage von Redaktion Tamedia. Gsell betont, dass nicht von einer Vergewaltigungsserie gesprochen werden könne. Im Übrigen möchte er keinen Vergleich zum Vorjahr ziehen.

Bei der Kommunikation von Sexualdelikten orientiert sich die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt an der schweizerischen Strafprozessordnung. Diese hält fest, dass die Öffentlichkeit informiert werden kann, damit die Bevölkerung bei der Fahndung nach Verdächtigen mitwirkt. Ist der Täter bekannt, wird grundsätzlich nicht informiert. Wenn eine Information für den Fahndungserfolg aussichtsreich erscheint, wird orientiert.

Per Knopfdruck die Polizei alarmieren

Die Sex-Attacken der letzten Zeit haben unter den Frauen in Basel und Region Verunsicherung und Angst ausgelöst, wie eine Videoumfrage der Agentur Keystone zeigt (siehe Video oben). So gehe es nicht weiter, meint die Jungpolitikerin Tiziana Conti. Sie schlägt die Einführung einer Sicherheits-App für Handys vor, um Frauen besser vor sexuellen Angriffen zu schützen. Bedrohte Personen sollen per Knopfdruck die Polizei alarmieren können, die anschliessend die Opfer per GPS orten und eingreifen kann. Conti, die der Jungen CVP angehört, hat angekündigt, dass sie beim Grossen Rat eine Interpellation zur Einführung einer Sicherheits-App einreichen wird.

Artikel mit Material der Nachrichtenagentur SDA

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