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Smog sorgt in Peking für Verkehrs-Chaos

Smog hat in der chinesischen Hauptstadt Peking erhebliche Verkehrsbehinderungen verursacht. Hunderte Flüge wurden gestrichen und Autobahnen gesperrt. Grund ist die starke Luftverschmutzung.

Smog verdunkelt die Stadt: Fussgänger überqueren in Peking eine Strasse vor dem Fernsehgebäude von CCTV. (5. Dezember 2011)
Smog verdunkelt die Stadt: Fussgänger überqueren in Peking eine Strasse vor dem Fernsehgebäude von CCTV. (5. Dezember 2011)
Keystone
Einige Strassen sind noch befahrbar: Autos fahren in Peking auf einer vernebelten Strasse. (5. Dezember 2011)
Einige Strassen sind noch befahrbar: Autos fahren in Peking auf einer vernebelten Strasse. (5. Dezember 2011)
AFP
Viele Flüge wurden gestrichen: Ein Reisender schaut am Flughafen in Beijing auf die Fluginformations-Tafel. (5. Dezember 2011)
Viele Flüge wurden gestrichen: Ein Reisender schaut am Flughafen in Beijing auf die Fluginformations-Tafel. (5. Dezember 2011)
AFP
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Dichter Smog hat in der chinesischen Hauptstadt zu grossen Behinderungen im Verkehr geführt. Grund ist die immense Luftverschmutzung, die die Sicht stark beeinträchtigt.

Laut der US-Botschaft in Peking, die aufgrund eigener Smog-Messungen stets schlechtere Werte als die chinesischen Behörden angibt, erreichte die Verschmutzung ein «gefährliches» Niveau.

Am grössten Flughafen von Peking - dem zweitgrössten der Welt - wurden zahlreiche Flüge abgesagt. Bis heute Nachmittag wurden 233 Inlandsverbindungen und 17 internationale Flüge gestrichen, wie der Flughafen auf seiner Website mitteilte.

400 Flüge gestrichen

Bereits am Sonntag waren laut dem Fernsehsender CCTV in Peking 400 Flüge gestrichen worden. Tausende Passagiere warteten in den Abflughallen auf andere Reisemöglichkeiten.

Heute Morgen schlossen die Behörden laut CCTV die wichtigsten Autobahnen, die Peking mit anderen Städten Nordchinas verbinden. Im Laufe des Tages wurden jedoch einige Strassenabschnitte wieder freigegeben, weil sich die Sicht verbessert hatte.

Kohle-Verbrauch verdoppelt

Internationale Organisationen, darunter die UNO, stufen die 20- Millionen-Einwohner-Stadt Peking als eine der Städte mit der grössten Luftverschmutzung weltweit ein. Grund ist vor allem der steigende Verbrauch von Energie, die vor allem durch Kohle erzeugt wird.

Zhou Rong von Greenpeace China sagte, das Land habe in den vergangenen zehn Jahren seinen Kohle-Verbrauch mehr als verdoppelt. Dadurch gebe es mehr Russ in der Luft sowie Sekundärschadstoffe wie Schwefeldioxid und Stickstoffoxid, welche die Pekinger Dunstglocke mitverursachten. Hinzu kämen die fünf Millionen Fahrzeuge der Stadt, die mit ihrem Feinstaub-Ausstoss die Luft verschmutzten.

Unterschiedliche Messmethoden

Während die Nachrichtenagentur Xinhua meldete, die Luftqualität werde möglicherweise ein «gefährliches» Niveau erreichen, war diese Stufe laut US-Botschaft bereits erreicht. Die Botschaft, die ihre Smog-Daten per Twitter und auf ihrer Website verbreitet, wendet bei ihren Messungen eine andere Methode an als die Chinesen.

Die Daten der chinesischen Behörden umfassen alle Feinstaub-Partikel mit einem Durchmesser von bis zu zehn Mikrometer (PM10), während die US-Botschaft sich bei ihren Messungen auf die kleineren Feinstaub-Partikel mit bis zu 2,5 Mikrometer Durchmesser (PM2,5) konzentriert. Unter dem Druck der öffentlichen Meinung hat die chinesische Regierung versprochen, ihre geltenden Messnormen entsprechend zu verändern.

Die kleineren Partikel gelten als gefährlicher, weil sie tiefer in die Lunge und sogar ins Blut eindringen können. Laut der Zeitung «China Daily» würde nach der US-Methode die Luftqualität in nur 20 Prozent der chinesischen Städte als zufriedenstellend eingestuft werden, nach chinesischer Messung sind es derzeit 80 Prozent.

Bemühungen vor Olympischen Spielen

Zuletzt hatte es in Peking im Oktober und November mehrere Smog-Warnungen gegeben, die ebenfalls zu Flugausfällen und Strassensperrungen führten und eine öffentliche Debatte auslösten.

Vor den Olympischen Spielen von 2008 hatten sich die Verantwortlichen in Peking bemüht, die Luftverschmutzung zu reduzieren. Dazu wurden Kohlekraftwerke vorübergehend stillgelegt und eine begrenzte Zahl an Autos auf den Strassen zugelassen.

SDA/wid

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