Zum Hauptinhalt springen

Spektakuläre Kriminalgeschichte mit langer Halbwertszeit

Ein Flugzeugentführer erpresste vor 40 Jahren 200'000 Dollar – und wurde nie gefasst. Eine neue Spur des FBI führt zu einem Mann, der schon zehn Jahre tot ist.

Dieser Mann soll mit 200'000 Dollar abgesprungen sein: FBI-Fahndungsbild von D. B. Cooper. (1. August 2011)
Dieser Mann soll mit 200'000 Dollar abgesprungen sein: FBI-Fahndungsbild von D. B. Cooper. (1. August 2011)
Reuters

Im bisher ungelösten Fall einer spektakulären Flugzeugentführung im Jahr 1971 gehen die US-Behörden einer neuen Spur nach. Wie die Bundespolizei FBI mitteilte, prüfen Ermittler einen als glaubwürdig erachteten Hinweis, demzufolge es sich bei einem vor etwa zehn Jahren gestorbenen Mann um den damaligen Entführer D.B. Cooper handeln könnte. Objekte aus dem persönlichen Besitz des Verstorbenen seien angefordert worden, um über eventuelle Fingerabdrücke oder DNA-Spuren Klarheit über dessen Identität zu erlangen, hiess es.

Cooper hatte vor knapp 40 Jahren an Bord eines Flugzeugs kurz nach dem Start in Portland im US-Staat Oregon erklärt, er trage eine Bombe bei sich. Bei einer Zwischenlandung in Seattle wurden die Passagiere im Tausch gegen einen Fallschirm und 200.000 Dollar Lösegeld freigelassen. Als die Maschine anschliessend in Richtung Mexiko weiterflog, sprang der Entführer im Dunkel der Nacht über einer unbewohnten Gegend mit dem Fallschirm ab.

Die verschwiegene neue Quelle

Die Polizei ging im Laufe der Jahre mehr als Tausend Hinweisen zu dem Fall nach. Cooper konnte jedoch nie gefasst werden. Ein Junge fand 1980 einige halb verrottete Geldscheine, die Teil der Beute gewesen waren, in der Nähe des Columbia River. Weitere wesentliche Rückschlüsse liessen sich aber auch dadurch nicht ziehen.

Der nun aufgetauchte Verdacht sei dem FBI von einem pensionierten Justizbeamten zugespielt worden, sagte der Ermittler Fred Gutt gestern. Die Quelle werde unter anderem deshalb als zuverlässig erachtet, weil es ihr ganz offensichtlich nicht um Aufmerksamkeit gehe. «Im Gegenteil, sie versucht es zu vermeiden», sagte Gutt. Genauere Angaben habe die Person erst auf direkte Nachfrage der Behörden hin geliefert.

Bisher keine Beweise für neuen Verdacht

Die verdächtige Person, die eines natürlichen Todes gestorben sein soll, war den Angaben zufolge bisher nicht im Zusammenhang mit dem Fall überprüft worden. Das FBI wies darauf hin, dass bisherige Untersuchungen allerdings auch noch keine Beweise für den neuen Verdacht ergeben hätten. «Vielleicht handelt es sich nur um jemanden, der dem Entführer rein zufällig ähnlich sieht und in dessen Leben es einige Parallelen zu dem seinen gab», sagte Gutt.

dapd/ami

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch