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Staat nimmt Marias Geschwister in Obhut

«Das Trauma wird für immer tief in ihrer Seele sitzen»: Ein griechischer Arzt sorgt sich um die Verfassung des blonden Roma-Mädchens. Marias Geschwister sollen derweil in staatliche Obhut genommen worden.

Ihre Geschichte bewegt und erhitzt die Gemüter auf allen Seiten: Das Mädchen Maria.
Ihre Geschichte bewegt und erhitzt die Gemüter auf allen Seiten: Das Mädchen Maria.
Interpol, AFP
Elternschaft bestätigt: Die Mutter von Maria. (24. Oktober 2013)
Elternschaft bestätigt: Die Mutter von Maria. (24. Oktober 2013)
BGNES, AFP
Fühlen sich diffamiert: Die Bewohner der Romasiedlung in Farsala. (19. Oktober 2013)
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Sakis Mitrolidis, AFP
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Was wird aus dem kleinen Roma-Mädchen Maria? Um das Kind streiten griechische und bulgarische Behörden, die leibliche Mutter und die Zieheltern. «Was geht eigentlich im Kopf der kleinen Maria vor? Verunsicherung und Angst».

Das Roma-Mädchen habe das verloren, was es als Familie und Umgebung kannte. Es werde das Schicksal tausender Kinder erleben, die von ihren Eltern verlassen wurden: Ein endloses Hin und Her. So beschreibt der griechische Arzt Giorgos Tagaris die psychologische Verfassung der kleinen blonden Maria.

«Das Trauma wird für immer in ihrer Seele sitzen »

Der Fall des etwa fünf Jahre alten Kindes machte weltweit Schlagzeilen . «Das Trauma wird für immer tief in ihrer Seele sitzen», sagt der Arzt.

Der «kleine blonde Engel», wie die griechische Boulevard-Presse Maria nennt, war Mitte Oktober bei einer Razzia der Polizei in einem Roma-Camp in Mittelgriechenland wegen der hellen Haut, des blonden Haares und der blauen Augen aufgefallen. Man vermutete Kindesentführung.

Als eigenes Kind gemeldet

Die Zieheltern, ein Roma-Ehepaar mit weiteren 14 Kindern, hatten Maria als ihr eigenes Kind angemeldet. Sie sollen das Kind zum Betteln geschickt haben, wie die Polizei und die Justiz vermuten. Inzwischen ist durch einen DNA-Test die leibliche Mutter des Kindes bekannt. Es ist eine 35 Jahre alte bulgarische Roma-Frau.

Die sieben minderjährigen Geschwister von Maria sind derweil in Bulgarien in staatliche Obhut genommen worden. Dies teilte heute die Kinderschutzbehörde in Sofia mit. Die Eltern sollen dabei regelmässigen Kontakt zu den Kindern behalten. «Wenn die Eltern die angemessene Verantwortung übernehmen können», sollen die sieben Mädchen und Jungen auch wieder zu ihnen zurückkehren können.

Maria war in einem Roma-Lager in Griechenland entdeckt worden, die Vierjährige fiel der Polizei wegen ihrer blonden Haare auf. DNA-Tests bestätigten, dass es sich bei dem griechischen Roma-Paar, bei dem sie lebte, nicht um die Eltern handelte. Bei einer Fahndung wurden die leiblichen Eltern Saschka und Atanas Rusew ermittelt.

Fünf der Geschwister sind blond

Die Rusews leben in einem Roma-Lager in der bulgarischen Stadt Nikolajewo und haben neben Maria insgesamt neun weitere Kinder, von denen fünf ebenfalls blond sind. Durch die Affäre richtete sich das Augenmerk auch auf die ärmlichen Lebensumstände der Familie in dem Lager, vor allem das Schicksal der minderjährigen Kinder.

AFP

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