Starkregen setzte Turnhalle und Feuerwehrdepot unter Wasser

Über 350 Schadenmeldungen: Das Unwetter vom Freitagabend machte den Feuerwehren schwer zu schaffen – in Frauenfeld sogar in der eigenen Fahrzeughalle.

Regenwasser überflutet eine Turnhalle in Frauenfeld.

Nach dem heftigen Gewitter am Freitagabend sind die Einsatzkräfte dabei, in Frauenfeld und Felben-Wellhausen aufzuräumen und Keller auszupumpen. Die Kantonspolizei Thurgau teilte am Samstagmorgen mit, dass über 350 Schadensmeldungen eingegangen sind. «Die meisten Meldungen betrafen überflutete Keller, Tiefgaragen und Unterführungen.» Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand. Die Feuerwehr Frauenfeld erhielt Unterstützung von mehreren Feuerwehren aus der Region.

Die Einsatzkräfte befänden sich am Samstag weiterhin im Dauereinsatz, erklärte Mario Christen, Sprecher der Thurgauer Kantonspolizei, gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-sda. Es müssten noch viele Keller ausgepumpt werden. Christen rechnet mit einigen weiteren Meldungen von Leuten, die die Schäden noch gar nicht entdeckt haben.

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In einer Turnhalle der Schulanlage Reutenen in Frauenfeld brachte aufgestautes Wasser eine Scheibe zum Bersten und strömte in die Halle. Eine Unihockey-Mannschaft musste sich in Schutz bringen, wie «20 Minuten» berichtete. Die Feuerwehr sei sofort angerückt, um das Wasser abzupumpen, so der Trainer der Mannschaft. Die Kinder seien unversehrt von den Eltern abgeholt worden.

Wasser im Feuerwehrdepot

Auch das Feuerwehrdepot in Frauenfeld wurde vom Unwetter in Mitleidenschaft gezogen. Weil die Fahrzeughalle überflutet wurde, gab es Schäden an drei Fahrzeugen sowie an diversen Pumpen. Diese konnte deshalb am Freitagabend nicht eingesetzt werden.

Wegen des Starkregens lief im Glattzentrum in Wallisellen Wasser über die oberere Etage auf die Ladenflächen.

(Video: Tamedia/Leserreporter)

Der ganze Eingangsbereich stand unter Wasser, wie Bilder von Augenzeugen zeigten. Bereiche wurden abgeriegelt und Wassersauger standen im Einsatz. Auch die Feuerwehr war vor Ort.

Ein heftiges Gewitter entlädt sich über Zürich. (Video: Tamedia/Leserreporter)

Am Flughafen Zürich konnten zwischenzeitlich keine Flugzeuge mehr starten oder landen. «Aufgrund des Gewitters sind weder An- noch Abflüge möglich», hiess es bei Skyguide um 17.40 Uhr. Das Gewitter habe sich genau über dem Flughafen befunden.

Heftige Regenfälle sorgen für einen Wasserfall am Flughafen. (Video: Tamedia/Leserreporter)

Die Wassermassen überfluteten zwischenzeitlich auch Teile der Flughafen-Autobahn. Autos konnten die Stelle nur noch mit stark reduzierter Geschwindigkeit passieren.

(Video: Tamedia/Leserreporter)

Messtationen hätten beachtliche Niederschlagsmengen gemessen. Dass einzelne Bäche über die Ufer treten könnten, hielt Stefan Scherrer von Meteonews am Freitagabend für möglich. Grossflächige Überschwemmungen schloss er dagegen «eher» aus. Dies, weil das Unwetter relativ schnell weiterziehe. Wäre es stationär, so würde die Niederschlagsmenge noch weiter ansteigen.

Das Gewitter hat insbesondere auch die Region Klettgau im Kanton Schaffhausen stark getroffen. Nach einem Blitzeinschlag in ein Einfamilienhaus in Löhningen kam es in der Folge zu einem Dachstockbrand, wie «20 minuten» schreibt. Laut «Schaffhauser Nachrichten» mussten zudem in Beringen und Löhningen diverse Keller ausgepumpt werden.

Gemäss Meteonews gab es rund 11000 Blitze und teils erhebliche Niederschlagsmengen. In Zürich-Oerlikon wurden innerhalb weniger Stunden 55 Liter pro Quadratmeter Niederschlag registriert. In Wallisellen waren es 45 Liter. Vergleicht man das mit dem langjährigen Mittel an der nächstgelegenen offiziellen Messtation am Flughafen Zürich, entspricht das ungefähr der Hälfte der normalerweise im Juni gemessenen Niederschlagsmenge.

Um 21 Uhr regnete es laut Meteonews vor allem vom Kanton Aargau bis zum Bodensee und in der Region Bern und Freiburg noch weiter. Mit Gewittern war aber nur noch lokal zu rechnen. Im weiteren Verlauf des Abends beruhigte sich die Situation zunehmend.


Starke Regenfälle und Hagel haben bereits am Montag vielerorts für Chaos gesorgt. (Video: Tamedia/Leserreporter)

oli/mch

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