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Strauss-Kahn kommt mit seiner Affäre glimpflich davon

Über Monate hatte der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) eine Affäre mit einer Mitarbeiterin. Jetzt entlastet ihn ein Bericht: Er habe seine Macht nicht missbraucht.

Dominique Strauss-Kahn bevorzugte oder mobbte demnach keine Mitarbeiter in der von ihm geleiteten Institution, wie der IWF-Exekutivrarat gestern bekanntgab. Jedoch habe Strauss-Kahn mit dieser Affäre einen «schweren Fehler» hinsichtlich seines Urteilsvermögens begangen.

Dies habe Strauss-Kahn aber bereits selbst eingesehen und sich entschuldigt, hiess es in der Erklärung weiter. Der Vorfall sei «bedauerlich». Jedoch betrachte der IWF die Angelegenheit nun als abgeschlossen.

Affäre verliess den IWF

«Wir werden weiter mit ihm arbeiten», sagte der Vorsitzende des Exekutivrates, Shakour Shaalan. Der IFW hatte Mitte Oktober Ermittlungen gegen Strauss-Kahn aufgenommen.

Dessen Affäre mit der Mitarbeiterin aus der Afrika-Abteilung des IWF hatte sich im Januar ereignet. Im August war die Frau dann zur Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung gewechselt. Eine renommierte Anwaltskanzlei hatte im Auftrag des Fonds untersucht, ob der IWF-Chef ihr Vergünstigungen hatte zukommen lassen.

Vertrauen eingebüsst

Strauss-Kahn, der verheiratet ist, war erst im September 2007 an die Spitze des IWF gewählt worden. In einer Mitteilung drückte er am Samstag sein Bedauern über den Vorfall aus und übernahm die volle Verantwortung.

«Mit Blick auf die Zukunft bekenne ich mich dazu, die hohen Standards einzuhalten, die von dieser Position erwartet werden.» Er entschuldigte sich abermals bei den IWF-Mitarbeitern für sein Verhalten.

Exekutivrats-Vorsitzender Shaalan räumte jedoch ein, dass Strauss-Kahn vor allem unter weiblichen Mitarbeitern des Fonds Vertrauen eingebüsst habe. «Etwas Vertrauen ist verloren gegangen, aber er wird es sehr bald wiedergewinnen», sagte er.

Von Wolfowitz' Fall gelernt

Der Rat habe sich einstimmig dafür ausgesprochen, Strauss-Kahn vom Verdacht des Amtsmissbrauchs freizusprechen. Der Vorfall werde «in keiner Weise die Effektivität des geschäftsführenden Direktors beeinträchtigen», sagte Shaalan.

Beobachtern zufolge hatte der IWF eine schnelle Bewertung des Vorfalls angestrebt, um eine Entwicklung wie 2007 beim damaligen Weltbank-Präsidenten Paul Wolfowitz zu verhindern.

Dieser hatte sich über Wochen öffentlichen Rücktrittsforderungen widersetzt, nachdem es Vorwürfe gegeben hatte, seine ebenfalls bei der Institution beschäftigte langjährige Partnerin habe finanziell von der Beziehung profitiert. Am Ende stürzte Wolfowitz dann aber doch.

SDA/oku

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