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Streit um Schleusen-Öffnung in Bangkok

Die Fluten in Bangkok haben zu Streit zwischen Polizisten und Anwohnern geführt. Bewohner von Stadtteilen im Nordosten fordern die Öffnung einer Schleuse – dies würde aber das Zentrum der Metropole gefährden.

Die Schäden in Thailand sind gross: Ein Mann durchsucht einen Möbelhaufen. (5. Dezember 2011)
Die Schäden in Thailand sind gross: Ein Mann durchsucht einen Möbelhaufen. (5. Dezember 2011)
Keystone
Erschwertes Durchkommen: Ein Lastwagen mit Menschen fährt über eine geflutete Autobahn in Bangkok. (3. November 2011)
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Keystone
Auch in Vietnam starben bisher schon über 20 Menschen – ein Grossteil davon waren Kinder. (8. Oktober 2011)
Auch in Vietnam starben bisher schon über 20 Menschen – ein Grossteil davon waren Kinder. (8. Oktober 2011)
AFP
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In der thailändischen Hauptstadt Bangkok ist es zu Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Anwohnern über Massnahmen gegen die anhaltenden Überschwemmungen gekommen. Anwohner aus Stadtteilen im Nordosten mit weiterhin hohen Wasserständen verlangten die Öffnung einer Schleuse, damit das Wasser aus ihrem Wohngebiet abfliessen könne.

Viele Anwohner sind angesichts mancherorts weiter steigender Pegel der Auffassung, ihre Stadtteile würden den Fluten preisgegeben, damit die Innenstadt Bangkoks trocken bliebe. Am Montag griffen einige zu Hämmern und Spitzhacken, um einen Deich neben der Schleuse Klong Sam Wa zu öffnen und Wasser abzulassen. Es kam zu Handgreiflichkeiten mit Sicherheitskräften.

Schutz des Geschäftsviertels

Die thailändische Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra ordnete zuvor an, das Stauwehr solle teilweise geöffnet werden, unter der Voraussetzung, dass andere Teile der Stadt nicht darunter litten. Die Behörden warnten unterdessen, dass das Ablassen des Wassers ein Industriegebiet überschwemmen könne und einen Hauptkanal in die Bangkoker Innenstadt anschwellen lassen werde.

Während die Anstrengungen der Regierung sich in den letzten Tagen vor allem auf den Schutz des Geschäftsviertels von Bangkok zu konzentrieren schienen, wurde zunehmend kritisiert, dass andere Teile der Stadt vernachlässigt würden. Shinawatra erklärte hingegen, die Regierung sei um jeden Einzelnen besorgt, der von den Fluten betroffen sei.

Abpumpen soll helfen

Nach Überwindung des vorläufig höchsten Pegels des Chao-Phraya-Flusses hoffte die Regierung zudem auf ein zügiges Abpumpen von Wasser aus den Überschwemmungsgebieten der Hauptstadt. Sollte kein zusätzliches Wasser mehr kommen, bestehe voraussichtlich keine weitere Gefahr für die Stadt, sagte Shinawatra am Montag.

Trotz neuer Rekordpegel hatten die Deiche zum Schutz des Zentrums der Millionenmetropole am Wochenende gehalten. Vor allem im Norden der Stadt sind allerdings mehrere Bezirke seit Tagen überflutet.

Ein Drittel des Landes betroffen

«Das Wasser, das in unser Viertel strömte, kam mit einer enormen Kraft», sagte die 29-jährige Yibporn Ratanawit, die am gegenüber der Innenstadt gelegenen Ufer des Chao Phraya lebt. Als sie vor die Tür getreten sei, um sich in Sicherheit bringen zu lassen, sei eine der Wände zum Nachbarn komplett eingebrochen. «Das Wasser strömte in ihr Haus. Es war ein Albtraum.»

Von dem schwersten Hochwasser in Thailand seit mehr als einem halben Jahrhundert, das bereits Ende Juli begann und durch ungewöhnlich schwere Regenfälle zur Monsunzeit ausgelöst wurde, ist etwa ein Drittel des Landes betroffen. Fast 400 Menschen kamen bisher in den Fluten ums Leben. Der Schaden für die Wirtschaft wird auf mehrere Milliarden Dollar geschätzt.

dapd/wid

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