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Taucher finden Rumpf der TU-154

In 27 Metern Tiefe lagen weitere Teile der russischen Unglücksmaschine im Schwarzen Meer. Der Geheimdienst ist bemüht, Gerüchte über einen Terroranschlag zu dämpfen.

Eine erste Überprüfung hat ergeben, dass die Blackbox offenbar nicht ernsthaft beschädigt ist. (27. Dezember 2016)
Eine erste Überprüfung hat ergeben, dass die Blackbox offenbar nicht ernsthaft beschädigt ist. (27. Dezember 2016)
Rossiya One TV Channel photo via AP, Keystone
Erste Untersuchungen des Flugdatenschreibers haben zunächst keine neuen Erkenntnisse zur Absturzursache gebracht. (27. Dezember 2016)
Erste Untersuchungen des Flugdatenschreibers haben zunächst keine neuen Erkenntnisse zur Absturzursache gebracht. (27. Dezember 2016)
Rossiya One TV Channel photo via AP, Keystone
Rettungstruppen haben im Schwarzen Meer Wrackteile gefunden. Ein Tupolew-Transportflugzeug gefolgt von russischen Su-34 Bombern.  (15. März 2016)
Rettungstruppen haben im Schwarzen Meer Wrackteile gefunden. Ein Tupolew-Transportflugzeug gefolgt von russischen Su-34 Bombern. (15. März 2016)
Russisches Verteidigungsministerium, AFP
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Der Absturz eines Flugzeugs auf dem Weg nach Syrien mit einem weltbekannten Armeechor an Bord hat Russland einen Schock versetzt. Das Riesenreich trauerte am Montag um die 92 Toten, während Retter das Schwarze Meer nach den Trümmern der Tupolew Tu-154 durchkämmten und Experten nach der Unglücksursache suchten.

Die Passagiermaschine des Verteidigungsministeriums sollte mehr als 60 Sänger des traditionsreichen Alexandrow-Ensembles zu einem Truppenbesuch auf die russische Luftwaffenbasis Hamaimim in Syrien fliegen. Kurz nach dem Start vom Flughafen bei Sotschi stürzte sie aber am Sonntagmorgen ins Meer. Auch der Leiter des Ensembles, Generalleutnant Waleri Chalilow, kam ums Leben.

Staatsfernsehen streicht sämtliche Unterhaltungsprogramme

Präsident Wladimir Putin ordnete für Montag Staatstrauer an. Ministerpräsident Dmitri Medwedew sprach von einer «fürchterlichen Katastrophe». Landesweit gedachten die Menschen der Opfer. Das Staatsfernsehen strich sämtliche Unterhaltungsprogramme und zeigte Schwarz-Weiss-Bilder von den Opfern.

Zugleich bemühte sich der russische Inlandgeheimdienst FSB am Montag, aufkommende Spekulationen über einen Terroranschlag zu dämpfen. Mögliche Ursachen seien Vogelschlag, schlechtes Kerosin, technisches Versagen oder ein Pilotenfehler, teilte die Behörde mit. Auch Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow sagte, die Version eines Anschlags werde nicht vertieft. Sie stehe «bei weitem nicht an erster Stelle».

Rumpfteil gefunden

Vor der Küste des Ferienortes Sotschi suchten eine Armada von mehr als 40 Schiffen, fünf Helikoptern und 3500 Mann nach Opfern und Wrackteilen. Taucher entdeckten am Montag ein grosses Rumpfteil, das etwa 1,6 Kilometer von der Küste in 27 Meter Tiefe lag. «Es werden Vorbereitungen zur Bergung getroffen», sagte ein Sprecher.

Die Flugschreiber der 33 Jahre alten Tupolew wurden noch nicht geortet. Am Sonntag waren elf Leichen aus dem Meer geborgen worden. Zehn von ihnen wurden am Montag zur Identifizierung nach Moskau geflogen. Am Sitz des Chores in Moskau legten Trauernde Blumen nieder. Auf der Uferpromenade von Sotschi brannten Kerzen für die Opfer.

Neben den Musikern waren acht Mann Besatzung, neun Journalisten der Fernsehsender NTW, Erster Kanal und Swesda an Bord, dazu Militärs und Beamte.

Bundesrat Didier Burkhalter kondolierte. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sprach Putin ihr Mitgefühl aus. EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker erklärte in Brüssel: «An diesem heiligen Tag sind meine Gedanken bei den Opfern, ihren Familien und Lieben.» Auch Papst Franziskus kondolierte.

Chor mit langer Tradition

Das Alexandrow-Ensemble hat eine reiche Tradition als Soldatenchor der sowjetischen und der russischen Armee. Gegründet wurde der Chor 1928 von Alexander Alexandrow (1883-1946), der auch die Nationalhymne der Sowjetunion komponierte. Das Repertoire umfasst etwa 2000 Werke, zu denen orthodoxe Kirchenlieder, russische Volkslieder, Märsche, aber auch Meisterwerke der Popmusik zählen.

Eine im Frühjahr geplante Tournee durch mehrere europäische Länder werde trotz des Unglücks nicht abgesagt, sagte der Europa-Manager des Ensembles, Rudolf Héger, der tschechischen Nachrichtenagentur CTK. Es könne jedoch zu Terminänderungen kommen.

AFP/sda/rub

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