Tausende Anhänger verteidigen Guru gegen Polizei

Die indischen Beamten mussten Tränengas und Bagger einsetzen, um vor dem Anwesen von Guru Sant Rampal campierende Menschen auseinanderzutreiben. Dieser hatte wiederholt Vorladungen ignoriert.

Grosseinsatz: Polizisten verhaften einen Unterstützer des Gurus Sant Rampal. (18. November 2014)

Grosseinsatz: Polizisten verhaften einen Unterstützer des Gurus Sant Rampal. (18. November 2014)

(Bild: Reuters)

Hunderte Polizisten haben im Norden Indiens versucht, das von Tausenden Anhängern beschützte Meditationszentrum eines Gurus zu stürmen. Die Beamten setzten Tränengas, Gummiknüppel und Bagger ein, um die vor dem Gelände campierenden Menschen auseinanderzutreiben. Dabei wurden mindestens sieben Menschen verletzt, unter ihnen Journalisten. Der Guru Sant Rampal hatte wiederholt gerichtliche Vorladungen ignoriert. Als letzte Frist liess der 63-Jährige auch den (gestrigen) Montag verstreichen.

Er soll zur Tötung eines Dorfbewohners durch seine Unterstützer im Jahr 2006 befragt werden. Rampal wurde gegen Kaution freigelassen. Diese Entscheidung wurde aber aufgehoben, nachdem seine Unterstützer in einen Gerichtssaal eingedrungen waren und Anwälte bedroht hatten. Seit 2010 ignorierte Rampal 43 Vorladungen. Ein Experte sagte, Rampal drohe deshalb Haft. Rampal habe gesagt, er befinde sich oberhalb der Gesetze des Landes. Der Guru und seine Unterstützer hätten so das Justizsystem und die Regierung offen herausgefordert.

Einige Unterstützer, auch Frauen, wurden von Polizisten weggezerrt und geschlagen. Es war nicht klar, ob sie festgenommen wurden. Sie erklären, Rampal, der in dem Zentrum vermutet wurde, sei zu krank, um die Reise in die 250 Kilometer entfernte Hauptstadt Chandigarh zu machen. In den vergangenen Tagen hatten seine Anhänger eine menschliche Kette rund um Rampals Zuflucht im Staat Haryana gebildet. Damit wollten sie ein Eindringen der Polizei verhindern.

Die Behörden des Bezirks hatten bereits vor zwei Tagen die Wasser- und Stromversorgung zum Anwesen abgestellt. Zudem wurden die Lebensmittellieferungen blockiert. Die Polizei hatte zudem Versammlungsverbote in der Nähe der Meditationsstätte ausgesprochen. Diese wurden aber von Rampals Unterstützern ignoriert.

AP

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