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Todeskandidat erhält zweite Chance

Mit moderner DNA-Technik soll die Unschuld eines zum Tode verurteilten Mannes bewiesen werden.

«Fliessband-Hinrichtungen»: In Arkansas demonstrieren Menschen gegen die Exekutionen. (14. April 2017)
«Fliessband-Hinrichtungen»: In Arkansas demonstrieren Menschen gegen die Exekutionen. (14. April 2017)
Sherry Simon, Keystone
Gegner der Todesstrafe trösten sich gegenseitig, nachdem sie von einer Hinrichtung erfahren. (17. April 2017)
Gegner der Todesstrafe trösten sich gegenseitig, nachdem sie von einer Hinrichtung erfahren. (17. April 2017)
Stephen B. Thornton, Keystone
Bekämpft den Hinrichtungsplan: Schwester Helen Prejean, die im Film «Dead Man Walking» dargestellt wurde.
Bekämpft den Hinrichtungsplan: Schwester Helen Prejean, die im Film «Dead Man Walking» dargestellt wurde.
Mark Humphrey/AP, Keystone
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Das Oberste Gericht im US-Staat Arkansas stoppte eine für Donnerstagabend geplante Hinrichtung. Dem verurteilten Stacey Johnson solle vor einer niedrigeren Instanz eine zweite Chance gegeben werden, seine Unschuld in einem Mordfall im Jahr 1993 zu beweisen, entschied der Gerichtshof am Mittwoch. In dem neu angeordneten Verfahren solle dabei die DNA-Technik von heutigem Stand eingesetzt werden.

«Wir sind dankbar und erleichtert», sagte die Anwältin Nina Morrison von der Gruppe Innocence Project, die Johnsons Verteidigung übernommen hat, zu der Gerichtsentscheidung. Johnson will demnach mit einem DNA-Test seine Unschuld beweisen. Der Afroamerikaner war wegen eines Mordes an einer weissen Frau im Jahr 1993 zum Tode verurteilt worden.

Morrison führte aus, dass auch der Todeskandidat Ledell Lee das Recht auf eine solche Anhörung bekommen müsse. Bei dem Mord, für den Lee zum Tode verurteilt worden war, gebe es viele DNA-Spuren, die nie untersucht worden seien. Lees Hinrichtung ist für Donnerstag geplant.

Extremer Zeitplan

Arkansas wollte ursprünglich noch vor Ende April acht Häftlinge hinrichten, da Ende des Monats die Haltbarkeit eines der dafür nötigen Medikamente abläuft. Der Oberste Gericht in dem US-Staat und der Supreme Court stoppten bereits am Montag zwei Exekutionen.

Die Gruppe der zum Tode verurteilten Inhaftierten hat mehrere Klagen gegen die Vollstreckung der Urteile eingereicht. Unter anderem argumentieren sie, dass der extreme Zeitplan – acht Hinrichtungen in elf Tagen – dem Anstand widerspricht.

Medikament inzwischen verboten

Ein Gericht hat dem US-Staat Arkansas unterdessen vorläufig verboten, bei seinen Hinrichtungen per Giftspritze ein Mittel namens Vecuronium zu benutzen. Die Entscheidung fiel am Mittwoch durch Richterin Alice Gray am Gericht im Verwaltungsbezirks von Pulaski.

Hintergrund war eine Klage des herstellenden Pharmakonzerns, der angab, die Substanz sei nicht für Exekutionen verkauft worden.

In Arkansas wird Vecuronium zusammen mit zwei weiteren Medikamenten bei Hinrichtungen benutzt.

AP/roy

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