Zum Hauptinhalt springen

Top-Agentin stolpert über ihr Ego

Die CIA zeichnete sie aus, die Macher von «Zero Dark Thirty» schrieben die Hauptrolle nach ihr: Die Agentin Maya, dank der Terrorfürst Bin Laden aufgespürt wurde. Weshalb ihre Karriere dennoch ins Wanken geriet.

Erfolgreiche Agentin: Schauspielerin Jessica Chastain als CIA-Frau Maya in «Zero Dark Thirty». (Bild: zerodarkthirty-movie.com)
Erfolgreiche Agentin: Schauspielerin Jessica Chastain als CIA-Frau Maya in «Zero Dark Thirty». (Bild: zerodarkthirty-movie.com)

Vor einer Woche wurde der Thriller «Zero Dark Thirty» über die Jagd auf Osama Bin Laden vom US-Filmverband «National Board of Review» zum besten Film des Jahres gewählt. Die Schauspielerin Jessica Chastain erhielt den Preis als beste Schauspielerin verliehen. Im Thriller spielte sie die CIA-Agentin Maya, welche in der Suche nach dem früheren Al-Qaida-Chef eine zentrale Rolle einnimmt.

Während Chastain für ihre Rolle in «Zero Dark Thirty» von den amerikanischen Filmkritikern den Ritterschlag erhielt, entbrannte um das Vorbild der Filmagentin eine Kontroverse. Wie die «Washington Post» berichtet, soll der namentlich nicht bekannten CIA-Mitarbeiterin eine Beförderung aberkannt worden sein.

«Ich alleine habe die Auszeichnung verdient»

Die Agentin ist seit über zehn Jahren als sogenannter Targeter für den US-Geheimdienst tätig; eine Aufgabe, welche die Suche nach möglichen Spionage-Rekruten und das Ausmachen von Drohne-Zielen beinhaltet. Als Targeter war sie auch im pakistanischen Islamabad stationiert und massgebend am Aufspüren Bin Ladens im Frühjahr 2011 beteiligt.

Wie ein ehemaliger CIA-Mitarbeiter gegenüber der Zeitung sagte, war die CIA-Frau unter anderem dafür verantwortlich, dass die Spur von Al-Qaida-Boten verfolgt wurde; dies führte schlussendlich zum Aufspüren Osama Bin Ladens. Diesen Frühling wurde sie zusammen mit anderen CIA-Agenten für ihre Mitarbeit an der Mission ausgezeichnet. Sie erhielt die Distinguished Intelligence Medal, zu Deutsch Medaille für ausgezeichnete Geheimdienstarbeit. Doch anstatt sich über die Würdigung ihrer Arbeit zu freuen, ärgerte sie sich offenbar, dass weitere Agenten bei derselben Aktion ausgezeichnet wurden, die weniger geleistet hatten.

Laut dem Informanten der «Washington Post» drückte sie beim E-Mail, welches die Ehrungen bekannt gab, auf den Button «Allen antworten» und schrieb: «Ihr habt versucht, meine Arbeit zu behindern. Ihr habt mich bekämpft. Ich alleine habe die Auszeichnung verdient.»

Details über die Mission verraten

Einen Bonus für ihren Beitrag an der Bin-Laden-Mission erhielt die Agentin daraufhin zwar noch, eine Beförderung, welche ihren Jahreslohn um 16'000 US-Dollar aufgestockt hätte, wurde ihr danach jedoch verwehrt. Die CIA wollte sich gegenüber der Zeitung nicht dazu äussern, weshalb der Mitarbeiterin ein Aufstieg auf der Karriereleiter verwehrt wurde. Auch verweigert Pressesprecherin Jennifer Youngblood, Details über die Identität der Frau zu verraten.

Immerhin drohen der Agentin vonseiten der CIA weitere Unannehmlichkeiten. Sie soll den Machern von «Zero Dark Thirty» Details zur Bin-Laden-Mission weitergereicht haben und ist deshalb Ziel einer internen Untersuchung. Die CIA hatte eine solche angeordnet, weil bekannt geworden war, dass Geheimdienst-Mitarbeiter Regisseurin Kathryn Bigelow («The Hurt Locker») und Film-Autor Mark Boal aussergewöhnlich tiefe Einblicke in die Planung des Einsatzes in Abbottabad gewährt hatten.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch