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Tote bei Protesten gegen hohe Spritpreise in Mexiko

Eine Erhöhung der Benzinpreise hat in Mexiko zu landesweiten Unruhen geführt. Rund 400 Geschäfte wurden geplündert, über 900 Menschen festgenommen.

Zerstörtes Fahrzeug nach einer Strassenschlacht in Monterrey.
Zerstörtes Fahrzeug nach einer Strassenschlacht in Monterrey.
EPA/STR, Keystone
Szene nach Unruhen in Hidalgo.
Szene nach Unruhen in Hidalgo.
EPA/Nuko Cruz, Keystone
Eine Filiale des Motorfahrzeuggeschäfts Italika nach einer Plünderung.
Eine Filiale des Motorfahrzeuggeschäfts Italika nach einer Plünderung.
Mario Guzman/EPA, Keystone
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Bei landesweiten Protesten in Mexiko gegen die Erhöhung der Benzinpreise sind Medienberichten zufolge seit Sonntag bis zu sechs Menschen ums Leben gekommen. Es kam zu hunderten Festnahmen und Plünderungen.

Unternehmerverbände forderten am Freitag den Einsatz des Militärs, um den Plünderern Einhalt zu gebieten. Über 900 Demonstranten wurden festgenommen und 400 Geschäfte geplündert, wie die Zeitung «Milenio» am Freitagabend berichtete.

Streifenwagen in Brand gesetzt

Im Bundesstaat Hidalgo seien zwei Menschen umgekommen, als die Polizei eine Strassenblockade räumen wollte, teilten die lokalen Behörden mit. Weitere 20 Menschen seien verletzt worden. Drei Fahrzeuge, darunter ein Streifenwagen der Polizei, wurden in Brand gesetzt.

Im Süden des Staates Veracruz, in der Gemeinde Agua Dulce, wurde ein Mensch während der Proteste überfahren und starb, wie die Zeitung «Milenio» am Freitag unter Berufung auf die Behörden berichtete. Ausserdem seien am Donnerstag zwei Leichen mutmasslicher Plünderer in der Nähe ausgeraubter Geschäfte in Veracruz gefunden worden. Ein Polizist wurde am Mittwoch von einem Fahrzeug überfahren und tödlich verletzt, als er einen Überfall auf eine Tankstelle verhindern wollte.

Verteuerung nach Liberalisierung

Die Polizei kämpft seit Sonntag gegen Krawalle und Plünderungen an. In Puebla bildeten Bewohner von drei Stadtteilen mit Stöcken, Macheten und Steinen bewaffnete Bürgerwehren, um Plünderer abzuschrecken.

Rund 70 Prozent der Geschäfte im Zentrum der 1,4 Millionen Einwohner zählenden Stadt blieben am Freitag geschlossen, wie «Milenio» berichtete. In Veracruz versperrten mit Eisenstangen und Macheten bewaffnete Geschäftseigentümer die Zugänge zu Einkaufszentren.

Tausende Geschäfte geschlossen

Seit der Erhöhung der Benzinpreise am Sonntag um bis zu 20 Prozent wird überall im Land protestiert. Es kam zu zahlreichen Ausschreitungen, Strassensperren wurden errichtet, tausende Geschäfte blieben aus Angst vor Diebstahl geschlossen. Für diesen Sonntag werden weitere landesweite Proteste und eine Demonstration in Mexiko-Stadt erwartet.

Der Preisanstieg erfolgt im Rahmen der von der mexikanischen Regierung vorangetriebenen Liberalisierung der Treibstoffpreise, die sich folglich den internationalen Schwankungen des Erdölpreises anpassen. In Mexiko war jahrzehntelang der Benzinpreis von der Regierung weit unter den Marktpreisen festgelegt worden.

SDA/chi

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