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Unglückspilot beschrieb Ju als «nicht harmlos»

In Aviatik-Magazinen erzählten die beiden Thurgauer Unglückspiloten über ihre Erfahrungen mit der Ju-52.

Die Ermittlungen seien «Detektivarbeit»: Helikopter fliegen von Flims zur Absturzstelle.  (5. August 2018)
Die Ermittlungen seien «Detektivarbeit»: Helikopter fliegen von Flims zur Absturzstelle. (5. August 2018)
Melanie Duchene, Keystone
«Die Maschinen sind fliegerisch nicht ganz harmlos»: So beschrieb der Unglückspilot die Ju-52. (Ermittler am Absturzort am 5. August 2018)
«Die Maschinen sind fliegerisch nicht ganz harmlos»: So beschrieb der Unglückspilot die Ju-52. (Ermittler am Absturzort am 5. August 2018)
Fabrice Coffrini, AFP
Undatierte Aufnahme einer fliegenden Junkers Ju-52 mit Schweizer Zulassung.
Undatierte Aufnahme einer fliegenden Junkers Ju-52 mit Schweizer Zulassung.
Str, Keystone
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Die Konstellation war die gleiche wie am Samstag: Im Juli 2014 startet eine Ju-52 in Österreich zu einem Rundflug. Im Cockpit sitzen die beiden Ju-Air-Piloten R. J.* (62) und P. M.* (63). Laut dem «Blick» sind es genau die Männer, die auch beim Unglück am Piz Segnas am Steuer sassen und mit den anderen 18 Insassen ums Leben kamen.

Mit dabei ist ein österreichisches Aviatik-Magazin. Im Interview erklärt J. zur Ju-52: «Die Maschinen sind fliegerisch nicht ganz harmlos, Heckrad, zehn Tonnen, drei Motoren. Hinzu kommt, dass wir viel im Gebirge fliegen. Die meisten Piloten sind ehemalige Militärpiloten wie ich auch.» Er betont den selektiven Prozess: «Sagen wir es so: Man wird angefragt, ob man Ju fliegen will.» Man müsse einen gewissen Grundschatz an fliegerischem Wissen haben.

Eine Schweizer Zeitung berichtet von einem Rundflug, auf dem J. Co-Pilot ist, an Bord sind Kinder eines Heims und Senioren. Eine ältere Dame sitzt zum ersten Mal im Flugzeug und sagt nach der Landung: «Wunderbar, i wär no wiiter!»

Schweizer Magazin berichtete über Training von M.

Über das Ju-52-Training von M. im Jahr 2013 berichtet ein Schweizer Magazin. Mit einem Instruktor ist M., der für die Edelweiss Air A330 und A340 flog, auf einem Trainingsflug. Laut dem Magazin ist ein Highlight der tiefe Überflug der Piste 28 auf dem Flughafen Zürich. «Flugplatzangestellte und Zuschauer auf dem Dach winken begeistert.»

Thematisiert wird der Flug auf Sicht. Dieser werde im Militär immer weniger geübt, darum sei die Ju für junge Piloten noch schwieriger zu fliegen. M. zählt sich zu den Erfahrenen, das Magazin zitiert ihn mit den Worten: «Bei uns hiess es noch: ‹Jetz gönd emol go luege, öb er bi däm Schiisswätter bis i d’Romandie chömed!›»

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Im Cockpit der Unglücksmaschine

Vor einem Jahr war Redaktion Tamedia dabei, als ein erfahrener Linienpilot in der nun abgestürzten Ju-52 geschult wurde.

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Beide Piloten wohnten im Kanton Thurgau, gerade einmal zehn Kilometer voneinander entfernt. Sie galten in der familiären Ju-Air laut «Blick» als befreundet. Über J. sagt Ju-Air-CEO Kurt Waldmeier gestern an der Medienkonferenz: «Einer unserer erfahrensten Männer.»

R. J. war 62 Jahre alt und mehr als 30 Jahre lang Linienpilot. Er flog mehr als 30 Jahre bei Swissair und Swiss, zuletzt als Kapitän auf Airbus A330 und A340. Bei der Luftwaffe flog er insgesamt 28 Jahre als Militärpilot. Seit 2004 flog er regelmässig Ju-52. Er hatte auf dem Muster bereits 943 Flugstunden und war damit einer der erfahrenen Piloten der Ju-Air. Er hinterlässt seine langjährige Lebenspartnerin.

P. M. war 63 Jahre alt und seit 2013 bei Ju-Air; er hatte 297 Stunden Flugerfahrung auf der Ju-52. Er war 30 Jahre Militärpilot bei der Luftwaffe und mehr als 30 Jahre Linienpilot bei Swissair, Swiss und Edelweiss – zuletzt als Kapitän auf Airbus A330 und A340. Er hinterlässt seine Frau und zwei Söhne.

*Namen der Redaktion bekannt.Übernommen von 20 Minuten, bearbeitet von Redaktion Tamedia.

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Video: Chronologie der Katastrophen im zivilen Flugverkehr der Schweiz

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