Zum Hauptinhalt springen

US-Häftling will hingerichtet werden

Bizarrer Rechtsstreit im US-Bundesstaat Oregon: Ein zum Tode verurteilter Häftling will sich das Recht erstreiten, hingerichtet zu werden. Der Gouverneur weigert sich – er ist gegen die Todesstrafe.

Wartet auf seinen Tod: Häftling Gary Haugen. (Archivbild)
Wartet auf seinen Tod: Häftling Gary Haugen. (Archivbild)
Keystone

Ein ungewöhnlicher Streit zwischen einem zum Tode verurteilten Häftling und dem Gouverneur des US-Staates Oregon beschäftigt seit gestern das höchste Gericht des Bundesstaats: Der zum Tode verurteilte Gary Haugen will hingerichtet werden, Gouverneur John Kitzhaber will das aber nicht zulassen.

Kitzhaber ist ein Gegner der Todesstrafe und erklärte sein Bedauern, dass er es zugelassen habe, dass zwei Verurteilte hingerichtet wurden. Einen weiteren Fall solle es während seiner Amtszeit nicht geben. 2011 setze er deshalb zwei Wochen vor dem Hinrichtungstermin die Exekution von Haugen aus.

Abstimmung über Todesstrafe

Damit habe der Gouverneur seine Kompetenzen überschritten, erklärte Haugens Anwalt. In Oregon sei die Todesstrafe zugelassen, und das stehe über den moralischen Vorstellungen des Gouverneurs.

Kitzhaber wiederum verweist auf sein Gnadenrecht. Niemand, und schon gar nicht ein zum Tode verurteilter Häftling, könne ihn daran hindern, das zu tun, was für ihn im besten Interesse des Staates sei. Die Entscheidung für Gnade sei eine absolute, die niemand infragestellen könne. Kitzhaber dringt auf eine Abstimmung in Oregon über die Abschaffung der Todesstrafe. Sie könnte schon im kommenden Jahr stattfinden. Eine Entscheidung des Gerichts wird Ende des Jahres erwartet.

SDA/rbi

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch