Waldbrände bedrohen Touristenregion in Südfrankreich

Rund 10'000 Menschen nahe Bormes-les-Mimosas mussten in der Nacht ihre Häuser verlassen. Auch in Portugal kämpfen Feuerwehrleute gegen die Flammen.

Wegen der verheerenden Waldbrände in Südfrankreich haben in der Nacht zum Mittwoch rund 10'000 Menschen ihre Häuser verlassen müssen. Durch ein neues Feuer seien nahe der Ortschaft Bormes-les-Mimosas mindestens 400 Hektar Land verbrannt, teilte die Feuerwehr mit.

Die Evakuierungsmassnahmen beträfen ein Wohngebiet, in dem sich die Bevölkerung im Sommer verdopple oder verdreifache, sagte ein Feuerwehrsprecher.

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Der Ort liegt an der Küste zwischen Hyères und dem Luxus-Badeort St. Tropez. Die Region ist ein beliebtes Feriengebiet. Menschen kamen nach ersten Informationen nicht zu Schaden.

«Nichts ist gewonnen»

Etwa 500 Feuerwehrleute kämpften gegen den Brand. Nach Einschätzung des Bürgermeisters der Gemeinde, François Arizzi, breitet sich das Feuer weiter aus. «Nichts ist gewonnen», sagte er dem Sender Franceinfo.

Die Campingplätze und Ferienhäuser seien in Ruhe und ohne Panik geräumt worden. «Alle hatten Angst wegen der Geschwindigkeit des Feuers.» Die Menschen seien unter anderem in öffentlichen Gebäuden untergebracht worden. «Die Menschen haben sich diszipliniert verhalten», berichtete er.

In Südfrankreich wüten derzeit mehrere schwere Waldbrände. Betroffen ist unter anderem die Region rund um den berühmten Badeort Saint-Tropez. In dieser Gegend liegt auch Bormes-les-Mimosas. Auch die Mittelmeerinsel Korsika ist von den Bränden betroffen.

Brände auch in Portugal

Zudem haben sich die seit Sonntag lodernden Waldbrände in Portugal bedrohlich ausgebreitet. Am Dienstag kämpften rund 3300 Feuerwehrleute im Zentrum und Süden des Landes gegen die Feuer, die von brütender Hitze und Wind angefacht wurden. Rund 20 Dörfer wurden evakuiert.

Über dem Ort Freixoeiro in der Nähe der zentralportugiesischen Stadt Maçao stiegen riesige Rauchsäulen in den Himmel, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP beobachtete. In Maçao waren nach Angaben von Bürgermeister Vasco Estrela mehrere Häuser abgebrannt.

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In der Küstenstadt Setúbal südlich von Lissabon löste ein Feuer Panik unter den Bewohnern aus. Bis zum späten Dienstagabend bekam die Feuerwehr die Flammen unter Kontrolle. Hunderte Menschen waren aus Angst vor dem Feuer auf die Strassen gerannt.

500 Menschen mussten ihre Häuser zurücklassen, wie Bürgermeisterin Maria das Dores Meira sagte. Ein Hotel und andere Gebäude wurden evakuiert.

75'000 Hektar Land vernichtet

Seit Jahresbeginn wurden in Portugal nach Angaben des Zivilschutzes bereits 75'000 Hektar Land durch Waldbrände vernichtet. Das sei die grösste Gesamtfläche der vergangenen zehn Jahre.

Auch in Südfrankreich wüten derzeit schwere Waldbrände. Betroffen sind vor allem die Gegend nahe dem Badeort Saint-Tropez und die Insel Korsika.

chk/sda

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