Zum Hauptinhalt springen

Vermummte Demonstranten attackieren Berner Stadträte

Mit viel Getöse zogen heute rund hundert Kapitalismus-Gegner durch die Schweizer Hauptstadt. Dabei gerieten zwei Berner Stadträte ins Visier der Demonstranten.

Die Demostranten der Anti-Kapitalismus-Kampagne (Antika) besammelten sich um 16 Uhr bei der Heiliggeistkirche.
Die Demostranten der Anti-Kapitalismus-Kampagne (Antika) besammelten sich um 16 Uhr bei der Heiliggeistkirche.
Jessica Zuber
Sie markierten ihre Präsenz über Lautsprecher. Sie fügten sich jedoch während der Kundgebung dem öffentlichen Verkehr.
Sie markierten ihre Präsenz über Lautsprecher. Sie fügten sich jedoch während der Kundgebung dem öffentlichen Verkehr.
Jessica Zuber
Die Demonstration endete bei der Reitschule.
Die Demonstration endete bei der Reitschule.
Jessica Zuber
1 / 15

Rund 100 Personen haben am Samstagnachmittag in Bern lautstark gegen den Kapitalismus demonstriert. Sie zogen mit Knallpetarden, Bengalfackeln und dröhnender Musik durch die Innenstadt. Zwei Berner Stadträte wurden mit Pfefferspray besprüht.

Dies geschah gleich zu Beginn der unbewilligten Kundgebung, wie Michael Fichter, Sprecher der Kantonspolizei Bern, auf Anfrage sagte.

Bei den beiden Legislativpolitikern handelt es sich um den Fraktionschef der SVP Stadt Bern, Roland Jakob, sowie um den parteilosen Jimy Hofer. Hofer hatte sich den Demonstrierenden mitten auf der Strasse entgegenstellt, wie er auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. «Dann kamen vier Vermummte auf mich zu und nebelten mich mit Tränengas ein.»

SVP-Stadtrat Jakob stellte sich etwas später neben den Demonstrationszug. «Dann beschimpfte mich einer der Vermummten», sagte Jakob. Er habe diesen aufgefordert, die Maske abzunehmen. Dann habe ihn ein anderer Kundgebungsteilnehmer mit Pfefferspray attackiert.

Drei Personen angehalten

Sachbeschädigungen blieben bis zum Samstagabend aber aus, wie Polizeisprecher Fichter sagte. An der Demonstration kam es zu einigen Personenkontrollen. Drei Personen wurden angehalten und auf eine Wache gebracht. Kurze Zeit später wurden sie wieder entlassen.

Die meisten Teilnehmer der Kundgebung waren schwarz gekleidet und vermummt. Auf einem grossen Transparent stand das Motto der Demonstration: «In Bewegung bleiben, Kapitalismus abschaffen.» Mehrmals hielt der Demonstrationszug mitten in der Berner Altstadt an. Dann hielt einer der Teilnehmer jeweils eine Rede via Megaphon.

Die Kundgebung fand noch während der Öffnungszeiten der Geschäfte in der Berner Innenstadt statt. Dementsprechend waren besonders viele Passanten unterwegs. Zahlreiche Schaulustige blieben stehen und schauten dem Treiben in der Berner Altstadt zu.

Ohrenbetäubende Petarden

Der Demonstrationszug war zwar nicht gross, dafür aber laut: Immer wieder feuerten die Kundgebungsteilnehmer ohrenbetäubende Petarden ab. Die Bengalfackeln nebelten mitunter die Gassen der Altstadt mit dichtem Rauch ein. Untermalt wurde das Ganze von Musik aus den Lautsprechern eines Kleinbusses der Demonstrierenden. Auch der öffentliche Verkehr wurde teilweise behindert.

Die Demonstrierenden beendeten ihre Kundgebung nach fast zwei Stunden in der Berner Reitschule. Zur Demonstration aufgerufen hatte die Antikapitalistische Kampagne (Antika). Diese sieht im Kapitalismus ein «schädliches und menschenfeindliches System», das abzuschaffen sei

SDA/mrs

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch