Zum Hauptinhalt springen

Vier weitere Kinder aus Höhle gerettet

Insgesamt sind inzwischen acht der zwölf thailändischen Fussballjunioren in Sicherheit. Ausgestanden ist die aufwendige und höchst gefährliche Rettungsaktion aber noch immer nicht.

Die Geretteten werden von der Polizei ins Spital geflogen. Foto: Reuters
Die Geretteten werden von der Polizei ins Spital geflogen. Foto: Reuters

Der 23-jährige Aminthep Khongsanan weiss noch, wie ihn diese Geschichte als Kind fasziniert hat. Diese Geschichte um den Berg mit der Höhle, den sie Doi Nang Non nennen, «Hügel der liegenden Frau». Sie ist so etwas wie die thailändische Variante von Romeo und Julia. Die Tochter eines Königs verliebt sich in einen Pferdeknecht. Natürlich duldet der König diese Beziehung nicht, das Paar flieht und findet Schutz in der Höhle. Doch die Armee des Königs verfolgt sie, Soldaten töten den Knecht – und die Prinzessin nimmt sich darauf das Leben. Seither liegt sie dort, in Doi Nang Non.

Viele Leute in Mae Sai, nicht nur Khongsanan, glauben, dass der Geist der toten Prinzessin immer noch dort unten herumschwirrt und dass das Drama um die Knaben irgendetwas mit der Sage zu tun haben muss. «Wir wissen nicht, was genau die Geister erzürnt hat, aber viele glauben nicht an einen Zufall, es muss einen Grund haben, warum die dreizehn dort feststecken», sagt Khongsanan.

Rettung läuft weiter: Die Taucher haben sich wieder auf den Weg zu den verbliebenen Kindern gemacht. (Video: Tamedia/AP)

Am Montagmorgen scheint die Sonne auf Mae Sai und den Höhenzug, der aussieht wie eine liegende Frau. Neun Mitglieder der anfangs dreizehnköpfigen Gruppe von Fussballspielern zwischen 11 und 16 Jahren und ihr Trainer stecken noch in der teilweise überfluteten Höhle fest. Die gleichen Taucher wie am Tag zuvor machen sich auf, um die von der traurigen Prinzessin festgehaltenen Kinder zu holen. «In ein paar Stunden werden wir gute Nachrichten bekommen», sagt ein Einsatzleiter. Er behält recht. Fünfeinhalb Stunden später ist ein fünfter Junge gerettet worden, eine halbe Stunde später ist von Knabe sechs und sieben die Rede und schliesslich auch von einem achten.

Umarmungen verboten

Den am Vortag zuerst befreiten vier Kindern geht es Angaben der Behörden zufolge den Umständen entsprechend gut, sie werden in einem Spital in Chiang Rai betreut und gepflegt, etwa 50 Kilometer von der Höhle entfernt. Bis diese Untersuchungen abgeschlossen sind, stehen sie unter Quarantäne. Die Eltern dürfen sie vorerst nur durch eine Glasscheibe sehen. Umarmungen oder Berührungen seien streng verboten, heisst es von Seiten der Ärzte, zunächst müsse sichergestellt sein, dass die Kinder keine Viren aufgenommen hätten, etwa von Leptospirose oder Melioidose, die durch verunreinigtes Wasser übertragen werden.

Vor ihrem Tauchgang hatten die Kinder starke Medikamente bekommen. «Die Jungs standen unter Beruhigungsmitteln, damit sie nicht in Panik gerieten», sagte der dänische Taucher Ivan Karadzic in einem Radiointerview. «Sie sahen etwas verängstigt aus, aber sie waren nicht in Panik. «Sie lächelten und sagten Danke», so der Retter weiter.

Die Schule wartet

Im Spital hätten die vier Knaben als Erstes darum gebeten, Pad Krapao zu bekommen, berichtet der «Guardian». Eine landestypische Mahlzeit, die es in Garküchen an jeder Strassenecke gibt, aus Hühnchen, Reis und Thai-Basilikum.

Die Rettungsaktion für die in der Höhle Verbliebenen wird vermutlich heute fortgesetzt. An der Mae-Sai-Prasitsart-Schule, die sechs der Kinder besuchen, hoffen die Klassenkameraden derweil auf ein baldiges Wiedersehen mit ihren Gspäändli. Er freue sich darauf, mit seinen Freunden wieder Fussball zu spielen, sagt der 15-jährige Pansa Sompienjai. «Sie sollen sich ausserdem beeilen, denn wir haben sehr viele Hausaufgaben.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch