Wegen Mordes verurteilte Ex-Kinderprostituierte wird begnadigt

Unter anderen hatten Kim Kardashian und Rihanna ihre Freilassung gefordert. Im August wird Cyntoia Brown, die als Teenager einen Freier in Notwehr getötet haben soll, entlassen.

Ihre Bewährungszeit setzte der Gouverneur auf zehn Jahre fest: Cyntoia Brown im Mai 2018 bei einer Anhörung im Gefängnis.

Ihre Bewährungszeit setzte der Gouverneur auf zehn Jahre fest: Cyntoia Brown im Mai 2018 bei einer Anhörung im Gefängnis.

(Bild: Keystone Lacy Atkins/The Tennessean)

Eine frühere Kinderprostituierte in den USA, die wegen Mordes an einem Freier zu lebenslanger Haft verurteilt worden war, ist begnadigt worden. Sie verspricht, ein geordnetes Leben führen zu wollen.

Der Gouverneur des US-Bundesstaats Tennessee, Bill Haslam, begründete seinen Entscheid am Montag damit, dass die Strafe «zu harsch» gewesen sei. Er nannte den Fall der inzwischen 30-jährigen Cyntoia Brown «tragisch und komplex».

Browns Fall hatte vor einigen Jahren durch einen Dokumentarfilm breite Aufmerksamkeit erlangt. Zahlreiche Prominente – darunter die Schauspielerin Ashley Judd, Reality-Star Kim Kardashian und Popsängerin Rihanna – setzten sich für sie ein.

Ihre Unterstützer beschrieben Brown als traumatisiertes Opfer des Menschenhandels. Sie war von zu Hause weggelaufen und befand sich unter der Kontrolle eines gewalttätigen Zuhälters. Im Alter von 16 Jahren erschoss sie einen Freier, der früher Scharfschütze bei der Armee war und ihr in seiner Wohnung seine Waffen gezeigt und dann brutal zwischen die Beine gegriffen haben soll.

Neues Leben versuchen

Eine Jury verurteilte die junge Frau wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe mit der Auflage, dass sie frühestens nach 51 Jahren aus dem Gefängnis entlassen werden dürfe. Die jetzige Begnadigung Browns begründete Gouverneur Haslam auch damit, dass sie in der Haft grosse Anstrengungen unternommen habe, um «ihr Leben neu zu gestalten».

Brown soll nun im August auf Bewährung aus der Haft entlassen werden, nachdem sie noch ein Coaching für die Rückkehr in die Freiheit absolviert hat. Ihre Bewährungszeit setzte der Gouverneur auf zehn Jahre fest.

Brown dankte in einem von der Zeitung «The Tennessean» veröffentlichten Statement dem Gouverneur und ihren Unterstützern. Sie versprach, «alles zu tun, was ich kann, um Euren Glauben an mich zu rechtfertigen».

nag/sda

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