Wie hitzige Häftlinge in Neuseeland «kalt gestellt» werden

Die Gefängnisbehörden im Pazifikstaat stehen in der Kritik. Anlass dazu hat eine Anschaffung von rund einer Million Neuseeland-Dollar gegeben.

Halbgefrorenes Trinkeis für Insassen und Personal von neuseeländischen Gefängnissen durch Steuergelder: Slush-Eis. (Bild: wikimedia/cyclonebill)

Halbgefrorenes Trinkeis für Insassen und Personal von neuseeländischen Gefängnissen durch Steuergelder: Slush-Eis. (Bild: wikimedia/cyclonebill)

Die Gefängnisbehörden in Neuseeland stehen wegen der Anschaffung teurer Slush-Eis-Maschinen im Wert von umgerechnet mehr als 650’000 Franken in der Kritik. Die insgesamt 193 Maschinen zur Herstellung von halbgefrorenem Trinkeis wurden nach dem Sommer 2017/2018 gekauft, der in dem Pazifikstaat ungewöhnlich heiss war.

Die konservative Opposition sieht darin eine «ausserordentliche Verschwendung von Steuerzahlergeld». Die Behörden halten dagegen, dass es im vergangenen Sommer, der wieder sehr heiss war, damit gelungen sei, die Gemüter zu kühlen.

Die Eismaschinen wurden sowohl fürs Personal als auch für die Insassen angeschafft, wie durch eine Anfrage der Opposition herauskam. In Neuseelands Gefängnissen verbüssen derzeit etwa 9000 Frauen und Männer Haftstrafen. Es gibt etwa ebenso viele Wärter.

Polizeichef Andy Milne rechtfertigte den Kauf: «Die Lage hatte das Potenzial für einen signifikanten Anstieg von Spannungen und Aggressionen unter den Häftlingen. Es gab die Gefahr, dass Häftlinge oder Belegschaft verletzt würden.» Tatsächlich gab es im vergangenen Sommer keine Berichte über grössere Auseinandersetzungen.

Im Internet gab es neben Kritik an den hohen Kosten auch einigen Spott. In manchen Kommentaren wurde gefragt, ob es nicht besser wäre, in gesündere Ernährung zu investieren. Das halbgefrorene Trinkeis hat in der Regel enorm viel Zucker. In Neuseeland fällt der Sommer – anders als in Europa – in die Monate rund um den Jahreswechsel.

nag/sda

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