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Viel Schnee in den Bergen, Hochwassergefahr im Flachland

Winter versus Schweiz: Diese Regionen sind vom extremen Wetter betroffen.

In Zermatt wurden die Menschen dazu aufgerufen, in den Gebäuden zu bleiben. Direkt vor den Hotels donnert Schnee den Hang runter. (22. Januar 2018) Video: Tamedia

Unmengen an Schnee haben in weiten Teilen der Schweizer Alpen die Lawinengefahr akut erhöht. Fast im ganzen Wallis, sowie in grossen Teilen des nördlichen Alpenkamms und vom Prättigau über die Silvretta bis nach Samnaun GR herrscht die höchste Gefahrenstufe fünf. Wegen der Lawinengefahr, aber auch Lawinenniedergängen und Erdrutschen, wurden in den betroffenen Gebieten viele Bahnlinien und Strassenabschnitte gesperrt.

Am Montag herrschte höchste Gefahrenstufe (Rot/Schwarz ka­riert) in weiten Teilen der Schweizer Alpen: Die aktuelle Lage um 17 Uhr – Updates finden Sie hier. (22. Januar 2018) Bild: Institut für Schnee- und Lawinenforschung
Am Montag herrschte höchste Gefahrenstufe (Rot/Schwarz ka­riert) in weiten Teilen der Schweizer Alpen: Die aktuelle Lage um 17 Uhr – Updates finden Sie hier. (22. Januar 2018) Bild: Institut für Schnee- und Lawinenforschung

Diese Gefahrenlage ist sehr selten. Eine Warnung dieser Dimension wurde zuletzt im Lawinenwinter 1999 ausgegeben, wie das Institut für Schnee- und Lawinenforschung am Montag mitteilte. Es werden viele, zum Teil sehr grosse Lawinen erwartet. Diese können bis weit in die Täler vorstossen.

Regen und Schnee werden am Montag gemäss SRF Meteo weiter anhalten – der Wetterdienst rechnet mit 20 bis 50 Millimeter Niederschlag. Auch die Gefahr von Erdrutschen, Murgängen und Hochwasser nimmt derweil weiter zu, weil mit den milderen Temperaturen die Schneefallgrenze vor allem nördlich der Alpen ansteigt, wie SRF Meteo am Montag mitteilte.

Graubünden: Davos just zum WEF-Auftakt eingeschneit

Das WEF beginnt in weniger als 24 Stunden und in Davos kämpfen die Behörden mit den Schneemassen. Die Rhätische Bahn hat den Verkehr nach Davos teilweise eingestellt, da höchste Lawinengefahr herrscht.

Die heftigen Schneefälle der vergangenen Tage hinterlassen auch in Davos-Klosters ihre Spuren. Die Züge nach Davos, wo in Kürze das Weltwirtschaftsforum (WEF) beginnt, fallen teilweise aus. (22. Januar 2018) Video: SDA

Auch im restlichen Kanton Graubünden sind etliche Bahnstrecken unterbrochen – zwischen einigen Orten fahren allerdings Bahnersatzbusse. Zwischen Scuol-Tarasp über Samedan nach Pontresina kann kein Bahnersatz angeboten werden. Auch die Regio-Express-Züge zwischen Landquart und St. Moritz fahren derzeit nicht.

Ebenso gesperrt sind die Bahnstrecken zwischen Andermatt und Göschenen sowie im Oberwallis. Ersatzbusse verkehren nicht, denn auch die Strasse ist geschlossen.

Wallis: Zermatt erneut abgeschnitten

Zermatt war weder auf Strasse noch Schiene erreichbar. Auch Helikopterflüge in den zugeschneiten Ort waren zunächst nicht möglich. Gründe sind schlechte Sicht und Staublawinen, hiess es auf der Webseite von Zermatt Tourismus. Die Behörden riefen die von der Umwelt abgeschnittenen Menschen im Ort auf, wegen der Lawinengefahr in ihren Häusern zu bleiben oder sich im Dorfzentrum aufzuhalten.

Der Bahnverkehr zwischen Täsch und Zermatt bleibt bis Betriebsschluss am Dienstagabend gesperrt, wie die «Matterhorn Gotthard Bahn» mitteilt. Die Strasse Herbriggen-Täsch-Zermatt bleibt bis auf weiteres wegen Lawinengefahr geschlossen.

Die Züge stehen wegen Lawinengefahr in vielen Gemeinden still. Hier warten Passagiere in Zermatt auf den Zug. (22. Januar 2018) Video: Tamedia

In der Gemeinde Ergisch hat der nasse Boden einen Erdrutsch verursacht und eine Strasse ins Tal Richtung Raron gerissen. Der Abschnitt war bereits zuvor gesperrt gewesen.

Auch im Walliser Saastal ist gemäss der Website von Saas-Fee die Strasse Stalden – Saas-Grund – Almagell wegen Lawinengefahr gesperrt. Sowohl in Zermatt als auch in Saas Fee sind auch die Skigebiete geschlossen.

In der Südrampe Höhe Gamsen, zwischen Lalden und Brig, hat sich kurz nach 14 Uhr ein Erdrutsch ereignet und den Bahnverkehr der BLS blockiert. Der Regionalverkehr zwischen Kandersteg und Brig ist bis mindestens Dienstagabend eingestellt, teilt die BLS mit. Nicht tangiert ist der Bahnverkehr durch den Lötschberg.

Bern: Bahn fährt wieder nach Wengen

Ebenfalls von der Umwelt abgeschnitten war am Montagmorgen der autofreie Tourismusort Wengen im Berner Oberland. Ein Erdrutsch hatte die Bahnstrecke von Lauterbrunnen nach Wengen hinauf unterbrochen. Am Nachmittag konnte der Erdrutsch geräumt werden. Bereits verkehren wieder erste Züge in den Kurort.

In Leytron im Wallis ist ein Hang ins Rutschen geraten. (23. Januar 2018)
In Leytron im Wallis ist ein Hang ins Rutschen geraten. (23. Januar 2018)
Leserreporter
Saint-Ursanne im Kanton Jura ist überschwemmt. (23. Januar 2018)
Saint-Ursanne im Kanton Jura ist überschwemmt. (23. Januar 2018)
Leserreporter
Das Goms ist wieder von der Aussenwelt abgeschnitten.... Die Schneemassen türmen sich auf, schreibt dieser Leserreporter.
Das Goms ist wieder von der Aussenwelt abgeschnitten.... Die Schneemassen türmen sich auf, schreibt dieser Leserreporter.
Leserreporter
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Auf der nördlichen Seite des Brienzersees ging am Morgen im Hirscherengraben bei Oberried eine Lawine nieder. Die Schneemassen verschütteten die Strasse und rissen eine Holzbrücke weg. Die Bahnlinie wurde indessen nicht getroffen. Nördlich des Thunersees ging auf die Strasse von Unterseen nach Beatenberg indes ein Erdrutsch nieder. Er konnte unterdessen geräumt und die Strasse wieder geöffnet werden.

Aargau: Hochwasserrisiko steigt

Entlang der grossen Flüsse im Kanton Aargau ist das Hochwasserrisiko nach den Niederschlägen vom Wochenende gestiegen. Für den Rhein gilt die Gefahrenstufe 3 für erhebliche Hochwassergefahr, für die Aare die Gefahrenstufe 2, was mässige Hochwassergefahr bedeutet.

Die Niederschläge der letzten 48 Stunden hätten in Kombination mit Schneeschmelze zu einem verbreiteten Ansteigen der Wasserstände in den Gewässern auf der Alpennordseite geführt, teilte der Kantonale Führungsstab (KFS) am Montag mit. Die Rheinschifffahrt zwischen Rheinfelden AG und der Schleuse Kembs (F) ist am Montag wegen Hochwassers eingestellt worden.

SDA/mch

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